Gedichte von Sepp Rittler
Sommermorgen
Blutrot steht das Sonnenrad
auf des Hügels höchstem Grat
und im Blau hoch überm Weiher
zieht ein wundervoller Reiher.
Lauschend hebt ein Reh im Korn
seines Kopfes Gabelhorn.
Mit der Sense auf die Wiese
steht fast nackt ein brauner Riese.
Rasch wächst in den Sonnenschild
einer Tanne stattlich Bild.
Freudvoll ruf ich aus: „O Bleibe,
Tanne in der roten Scheibe!“
Wunder ziehen schnell vorbei.
Während nach dem Bild ich schrei,
ist das göttliche Geschehen
leider schon im Untergehen.
hoch im Birnbaum klopft ein Specht.
Weither aus metallnem Munde
Klingt es: „Sechste Morgenstunde!“
A Nomito in an Bauernhaus
Vor der Haustür am Bankl
liegt die Kotz in da Sunn
und der Hund liegt am Gangl,
wo ma z’ruck geht zum Brunn.
Sechs Gäns und a Gonaus,
a Schor Antn hintnoch,
gengan schnodernd bein Tor aus
und tuan bodn im Boch.
Und de Sau in da Sauhuit
wühln min Rüassl im Stroh,
owa d’schwarst, de schlaft guit
und liegt no da Längst do.
Da Hau kraht am Haubam,
seine Heah, die schaun auf.
Wia waun a hiatzt drau kam
kraht da Noboahau drauf.
Untan Drohthuit a Schwingal
steht im Eck nebm da Stiegn,
drin is s’Fuida füa D’Singal,
daß’s de Großn net kriagn.
Am Doch spüt a Dauwa
Sein lieabn Däuwal a Rolln,
er is jung und is sauwa,
hat ihr’s Herzel grod gstohln.
A jungs Füllerl, de juchatzt
und die Küah danebm roan
und die Hendl-henn klugatzt
und de Schof hiat ma ploan.
waun des Viech is alloa
schau i ma grod d‘Augn aus:
So a gmütliche Gmoa.
A Sunnta im Dorf
Baim Blechinga Wiat
singan d’Dorfbuam a Liad,
spüt da Mittabaun Fraunz
gaunz an dullign Taunz
und die Zuchharmanie
zwingt die Köllna Marie,
daß’s an Buim faßt und draht
und a Wiawü-wind waht.
Beim Kreidschreiwa Wiat
Wern die Kortn studiert,
san de Mauna beinaund
und prowian eahn Verstand.
Net grad sölten wiad geschrian:
Heast, wo host denn die Hian,
schau di au, mir san gfolln,
kinnan zwoa Lita heit zohln!“
Im Vüahaus dahoam
sitzn Godl und Moahm
und in Nochboa sei Wei.
S’wird net trotscht nua nebmbei
sogt die Moahm: „I hon ghöat,
daß da Lenz si net scheat
mea um d’Res … s’war net bled,
wauns koan Paumpaletsch hätt!“
spün beim Feihittn-Tuim,
dea steht mittn im Ort
und rundum is d’Hoad,
Do wiad graft und wiad grennt,
des oa locht, des oa flennt,
des oa schupft, des oa scheibt,
bis s’da Hunga hoamtreibt.
Koa Blüa ohne Müah
I tui gen Mist eitrogn,
i tui gen schneidn,
muiß i mi no so plobm,
i tui’s mit Freidn,
I tui gen Stecka schlogn,
i tui gen bindn,
mo iwa d’Plo net klogn,
wauns a hoaßt schindn.
I tui gen schern und haun
an Stock an niadn,
mia is um d’Plo net baung,
i scheich koa Miadn.
I tui gen Buttn trogn,
gen wägn und messen,
in Moasch in d’Load eischlogn,
hoamfohren und pressen.
waun mia tuit winka,
da neiche Wei in Krui,
den Wei i trinka!
Im Lesn
Im Wei-gat drom geht’s lusti zui,
s’wiad gsunga und wiad glocht,
a volli Buttn hat da Bui
grod zu da Boding brocht.
In d’Wei-ba-mü wern d’Wei-ba glaht
und in de Boding broat
werdn’s duach de Woizn durchidraht,
drauf kimmt da Moasch in d’Load.
Min Leswogn wiad a weggagführt,
es glinserlt spot und fria,
es leitn d’Ros bei an niadn Schriat,
weuls Glöckerl trogm am Gschia.
Da Leskraunz hängt am Preßbaum drau,
da Most rinnt von da Büad,
de Spindl draht a oida Mau,
des mocht’n goa net müad.
Da Köllegrobn ist auf und auf
voü Fuawerk und voü Foß,
s’wird kost und gwägn, s‘geht da Kauf
ums braune, süaße Noß.
Und owan Grobn, berg-auf, berg-o
do is a lustigs Lebn,
do schneidn d‘Leit de Wei-ba o
vo hundert-tausnd Rebm.
Da HIABST in unsra Hoamat
Süwaweiß und göb und rot
leuchts iatzt durch das Landl,
wos da Mola Foabm hot,
trogt da Hiabst am Gwandl.
Schau in d’Staudn und in d’Bam,
siagst a söltsoms Glaunzn,
kennst de vülen Liachta kam,
da im Hiabstwind taunzn.
Rot de Äpfü, golda d’Bian,
Zwetschbm blau wia s’Fiata,
hoch am Heiwogn Knecht und Dirn,
hintan Bam da Hiata.
Wei-ba rot und Wei-ba blau,
Wei-ba gölb und golda
Längstn Roa, so weit i schau:
Hetscherl und Wacholda.
Frohe Jaga, Hosn, Reh,
Treiwabuam midn Steckan
und a Drochn in da Heh,
daß si d’Rebhea schreckan.
Wüdbret, frische Preislbeer,
und an Wei an jungan.
Sakradi! A Klaumpfm her
und a Liadl gsungan!
in den schenstn Zeitn,
locht uns so da Hoamathiabst,
bringt uns tausend Freidn!
Winta
Da weiße Pöz
hot hiatzt den Berg und s’Toi umschlunga
und unten schloft des weite Laund in süaßa Rui,
owa s’oame Wüd, des treibt da liebe Hunga
Nocht füa Nocht den Menschen-Döafan zui.
Und in an Bauanhof, do tramt da Pflui vom Ockan
Und von da Sunn und von da fettn schwoazn Ead.
A klans Hendl tramt im Stoi hiatzt schon vom Gockan,
de Kotz schloft in da Kuchl hintan Head.
De Miazl draht de Musi auf den Weana Senda,
de Muida kimmt vom Vüahaus mit an Hefn Kraut,
d’Ahnl lest im hundertjährigen Kolenda
und da Seppl hot grod a klans Flugzeug baut.
Waun in an laungen Winta d’Ead muiß ruiwi schlofa
und waun de Tog eiskolt san, kuaz und newigrau,
daun steht’s Kölletürl oft an Örtll offa,
toif im Kölla druntn hockt da Bau.
Zem sitzt a gaunz alloa bei seine gschnitztn Fassl,
er biiberlt tröpferlweis den Wei dabei und siacht
von sein Leben hiatzt des gaunze launge Straßl
im Pfeimrauka und im Kerznliacht….
Wäa des mit da STAUNG net gewest…
Tog und Nocht haun i studiat:
„Bist doch da Bui vom Vodern,
zwegn wos denn des net aunderscht wiad,
koa Liab schoißt mia in d’Odern?“
Joahr um Joahr is umi grennt,
do bin i amol gaunga
duach an kloan Oart, wo mi neam kennt,
vorbei an ana Staunga.
Wia’s grod wüll, follt d’Staunga um
Und haut mit gscheit auf d’Nosn,
reißt mia vom Rock a riesigs Trumm
und kugelt auf’n Wosn.
Volla Gift hörts mi glei schrein:
„Wos glaubts denn es, es Glumpat?
Setzt enga Staunga toifa ein,
daß’s neamd aum Schädl pumpat!“
Von da Nosn rinnt ma s Bluit.
Do kimmt a Diandl geschossen,
frogt mi, obs mi brenna tuit,
ob i vü Bluit vagossn.
„Tuit’s da load, daß i hiatzt bliat?!
Sog i und schau gaunz teppert.
„Gaunz gwiß!“ sogt‘s, „I haun a Gmüat!“
Und hot no stad wos pläppert.
Bold drauf steh i in an Haus
und si sogt: „Setz di nieda
und zoig nur gschwind die Jackerl aus,
i flick dir’s recht gern wieda!“
Wia’s so naht und i schau zui,
woa’s Heaz net mehr vadrossn.
Auf amol denk i mir: „Hörst, Bui,
hiatzt is ma Liab eingschossen!“
si blost ma Nosnwunden.
Wäa des mit da Staung net gwest,
hätt i koa Diandl gfundn…..
Mei Vortl
Beim Radlfohrn
I hob vafluacht den Gegenwind
gor oft in früharn Johrn,
weil i daduach oft net so gschwind
hob kinna vüre fohrn.
An Ruckwind hon i kam kennt,
a Windstül wars fost nia,
von sölba is bei mir nix grennt,
mei Forth wor Plo und Müah.
So hob vafluacht den Gegenwind
i oft in früharn Johrn,
doch iatzt, waun i koan Ruckstoß find,
daun freut mi net das Fohrn.
mei Vortl is sei Wahn,
mi hot koa Ruckwind vawöhnt:
mi kaun nix owidrahn.
Oide Geschichtn
Do stengan no de oidn Nußbam
in da Moidn mit eahn dichtn Doch.
Waun nua hiatzt e rechta Guß kam
und s’Straßl wuad ois wia a großa Boch.
Do wa de Moidn glei volla Wossa,
rund um de Nußbam wa a kloana See,
wia ois Bui tat i hiatzt ois Großa
d’Hosenhaxn oi zwo gschwind in d’Höh.
Tat in de Lockn einiwodn,
mit oan Steckn dreihaun, daß’s oin braust,
tat mitsaumt’n Gwandl wieda bodn,
waun a d’Muida mia recht greint und saust.
Ui jegerl! Do war d’Wedahittn,
do wo da Wastl-Veda wedagschossn hot,
wo‘‘s schworze Roah is aus da Mittn
zum Himmü aufi gestandn kirzngrod.
Do hot da guide Wastl-Veda
de Hittntüa net zuag‘spiat g’hobt,
es woa dos allerschönste Weda,
do haum mia Buim dös Pulvaflaschl gschnoppt.
S‘hot net laung daut, hot’s scho pumpat,
mia haum zur rechtn Zeit uns gschwind vazogn,
de Hittn, s’Doch und’s gaunze Glumpat
is hinta uns in tausend Fetzn gflogn.
Do steht a no de oide Weidn,
wo i haun graukt dös erschte Kraut,
mei Gsicht woa daun wir a weiße Kreidn,
i hob vom Bam wia a Sünda owa gschaut.
A s’Fensta is da von da Nettl,
des grüaßt mi liab und sogt: „Woast nimmamehr,
wiast gschlichn bist ums Goatnbettl
und owan gaunzn Hof zu mia da her?“
I woaß’s no guit, wiast domois gsogt host:
„i bleib dia treu fürs gaunze Leben!“
Wiast mi domals um de Mittn pockt host
und mia dos allererschte Busserl gebm.
koan Kumma hots kennt und koane Pflichtn,
iatzt rennen d’Jahrln blitz-gschwind umi
und blibm san uns de liabm dumman oidn Gschichtn …
S' Gansl
Do sogt da kloane Hansl
Zum Lehra in da Ghoam:
„I bring de Tog a Gansl,
mia ham jo gnua dahoam.“
Da Lehra siacht scho brotn
Des Gansl in da Pfaun,
denkt sich “Es kaun nix schodn,
wos Bessern daun und waun.“
Schon san fünf Tog vagaunga,
da Hansl hat nix brocht,
da Lehra in sein Blaunga
recht freundli zu eahm locht.
Da Boa denkt si: „Fix krutzi,
i muaß’s endli wogn,
sunst moant er, mir san schmutzi,
i muaß eahm d’Worat sogn.“
sogt er „des hat sein Grund:
zum Hinwerdn sollst neam zwinga –
des Viech is wieda gsund!“
Es lebe das Leben
Ich liebe die Sonne, die Sterne,
die herrliche himmlische Pracht,
ich liebe den Blick in die Ferne,
ich liebe das Dunkel der Nacht!
November 2012, letzte Änderung April 2024
Maria Knapp
Im Jungfernstüberl
Stehend von links: Leopold Engelberger, Engelmannsbrunn, später Schulleiter in Winkl; Sepp Rittler; Alois Schiel, Wirt und Besitzer des Kinosaals; Franz Klug, Malermeister und Obmann des Theatervereins; Dr. Heinrich Kittl, Rechtsanwalt und Obmann-Stellvertreter; Karl Schiel, Sparkassenbeamter. Sitzend von links: Anna Lammer; Linnerl Rittler geb. Glas; Otto Ertlbauer, Wirt aus Königsbrunn; Adele Heinrich, Handarbeitslehrerin; Serafine Schuhmeister Sepp Rittler, allgemein
Foto: Broschüre von Otto Fandl über Sepp RittlerSepp Rittler (4.8.1892, Fels - 12.12.1943) ist der bekannteste Dialekt- und Heimatdichter der Umgebung, der in unermüdlicher Arbeit viele Theaterstücke, Liedtexte und Gedichte verfasste.Seit 1954 ist die Parallelstraße zwischen Kremser- und Bahnhofstraße in Kirchberg nach ihm benannt.
Er wurde am 4. August 1892 in Fels am Wagram geboren. Sein Vater war dort Fleischhauer, Gastwirt und Gemeindesekretär. Sepp besuchte, zu dieser Zeit unüblich, die Handelsschule in Wien-Strebersdorf. Danach bereiste er rastlos - größtenteils zu Fuß - das damalige Österreich und Ungarn, weiters Nord- und Süddeutschland, Holland, Belgien, Frankreich, Italien und den Balkan und kam bis Konstantinopel.
1913 dürfte es zu Gerüchten um ihn in seinem Heimatort gekommen sein, da er in der Österreichische Land-Zeitung vom 15.3.1913 verlauten ließ: (Warnung.) Alle jene, welche sich schuldbewußt fühlen, zu jenem, jeder Begründung entbehrenden Getratsch beigetragen zu haben, ersuche ich an dieser Stelle, dafür zu sorgen, daß dieses großartige Werk böser Zungen baldmöglichst wieder zerstört wird. Hochachtungsvoll Josef Rittler jun.
Im August war er in Oberösterreich unterwegs, wie aus einem weiteren Zeitungsartikel hervorgeht: Verhaftungen…. Der am 4. August 1892 in Fels am Wagram geborene und auch dahin zuständige Comptoirist Josef Rittler wurde am 1. d. M. in Wankham, Gemeinde Regau, wegen Landstreicherei verhaftet und dem Bezirksgerichte Vöcklabruck eingeliefert. (Er und sein Kamerad) waren vollkommen mittellos. Rittler wird auch vom Bezirks-Gendarmeriekommando in Krems wegen Betruges gesucht. Er war zu dem Zeitpunkt 21 Jahre alt.
((Linzer) Tages-Post vom 7.9.1913)
Später arbeitete er als Redaktionsbeamter bei der „Stuttgarter Zeitung“. Von dort aus wurde er in den Ersten Weltkrieg einberufen. 1917 wurde er als Kopfschüßler aus dem Militärdienst entlassen und erhielt einen Posten bei der k.u.k. Staatsbahn. 1918 heiratete er die Kirchbergerin Maria Leitner. Er war äußerst umtriebig und in verschiedenen Berufen tätig. So arbeitete er am Kirchberger Steueramt, bei der Bezirkshauptmannschaft Tulln, als Wirt im Kirchberger Bahnhofsbuffet, als Kirtags- und Marktstandler, Bahnbeamter und Rechtsanwaltsgehilfe.
In Kirchberg war er der Nachbar von Otto Fandl, mit dem gemeinsam er etliche Lieder herausbrachte. 1928 gründete er die „Niederösterreichische Presse“, eine Wochenzeitung, die in kurzer Zeit in Kirchberg und den umliegenden Bezirken sehr beliebt wurde. Die Zeitung war in der Gegend als „Rittlerzeitung“ bekannt.
Sepp Rittler betätigte sich auch politisch. Er war bereits ab 5.8.1931 Mitglied der NSDAP (Nr. 895.460) und Kreisstellenleiter Kultur der NSDAP-Kreisleitung Tulln.
Am 27.2.1931 wurde, anlässlich seines 25-jährigen Bühnenjubiläums, sein Stück „Im Jungfernstüberl“ gespielt. Der Cooperator (Kaplan, und spätere Dechant) Mathias Hutter kritisierte das Stück in einer Kremser Zeitung als unmoralisch, worauf er von Rittler geklagt wurde. Der Ausgang des Verfahrens wurde in den Zeitungen allerdings nicht veröffentlicht. Siehe Anhang.
Neben seiner dichterischen Tätigkeit und Vorlesungen nahm er eine Stelle als Versicherer bei der Anglo-Elementar-Versicherung an und wurde bald Gebietsvertreter für ganz Niederösterreich, womit er erstmals in seinem Leben seine Geldsorgen los war.
Zu seinem Tod liest man in der Chronik des Theatervereines Kirchberg am Wagram von 2010 folgendes: Im Sommer 1942 hatte er in Krems zu tun und fuhr aus reinem Übermut mit dem Fahrrad dorthin. Bei der Heimkehr löschte er seinen Durst an einer Quelle. Diese floss einige Meter frei bis zur Straßenböschung und dort lag ein toter Hase drin. Er erkrankte daraufhin an Typhus und starb nach langem Leiden am 12. Dezember 1942.
Wie man in den Sterbematriken lesen kann, starb er im Krankenhaus Stockerau, nicht wie fälschlich in verschiedenen Zeitungen angegeben, in Krems.
Über sein Begräbnis aus dem Heimatbrief des Kreises Tulln, Folge 2, Februar 1943: Am 12. Dezember starb unser Sepp Rittler. Ihr habt ihn ja alle gut gekannt. Am Donnerstag, den 17. Dezember trugen wir ihn zu Grabe. Kreisleiter Swoboda mit Männern seines Stabes, die Ortsgruppe Kirchberg mit Ortsgruppenleiter Schiel an der Spitze und eine große Menge von Freunden aus nah und fern gaben dem toten Kameraden das letzte Geleite. Am hochgelegenen Friedhof Kirchbergs, wo der Blick weit hinausführt über das Donautal bis zu den fernen, nebelverhangenen Bergen der Wachau, jenes Heimatbild, das unser Sepp so sehr geliebt hat, hielt Ortsgruppenleiter Schiel einen ergreifenden Nachruf und bot ihm den letzten Gruß als guter Kamerad.
Seine Werke
Theaterstücke
Räuberhauptmann Grasl – ein Lustspiel, das oft gespielt wurde.
Der Schatz im Keller – eine Posse mit Musik von Bernhard Kaempfner
Im Jungfernstüberl –1931, anlässlich seiner 25-jährigen Bühnenjubiläums
Mehr als 100 Einakter
Liedertexte
Kampflied der Wiener von C.M. Ziehrer.
Mundartgedichte
Einige seiner Gedichte siehe hier.
Die Meinungen über diesen berühmten Sohn unserer Heimat gehen allerdings auseinander. Auf der Homepage der Gemeinde Kirchberg liest man: In seinen dichterischen und schriftstellerischen Wirken kannte Sepp Rittler keine Pausen. So hinterließ er vielerlei Theater- und Gedichtsammlungen, die zusammen einen schönen Beitrag zu unserem heimatlichen Schrifttum bilden.
Heinrich Hartauer sieht in seiner Dissertation von 1971 zum Thema Die Niederösterreichischen Mundartdichter des 20. Jahrhunderts“ die Werke Rittlers zwiespältig: Rittlers Gedichte sind inhaltlich und gehaltlich belanglos, in bezug auf die Mundart jedoch wertvoll, da der Dichter die Weinviertler ui-Mundart echt und altertümlich überliefert.
Aus Zeitungen und Chroniken
In der Ankündigung der Weihnachtsnummer des „kleinen Volksblattes“ wird unter anderen Sepp Rittler aus Verfasser eines literarischen Beitrages genannt.
(Das kleine Volksblatt vom 22.12.1940)
Tulln. Vorlesung Sepp Rittler.
Im Rahmen der Veranstaltungen des deutschen Volksbildungswerkes veranstaltete die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ der Kreisleitung Tulln im Stadtsaal Tulln einen Kulturabend. Der bekannte Heimatdichter Sepp Rittler brachte ein Reimgemälde aus seiner Frühzeit und Gedichte aus der Kampfzeit der Bewegung. Im zweiten Teil las Rittler den ersten Akt seines kürzlich vollendeten Bühnenstückes „Adlerhorst“. Im dritten zegtt der Dichter sich als Meister der Mundart.
(Illustrierte Kronen Zeitung vom 5.11.1940)
28.000 hörten deutsche Dichter
Die Kriegsbuchwoche 1941 fällt im Gau Niederdonau auf gut vorbereiteten Boden. Wie in den letzten Jahren die künstlerisch Schaffenden aus dem Schrifttum vielfach, im Gegensatz zu der hermetischen Absperrung früherer „Dichter“ selbst ins Volk gingen, hat dieses auch eine lebendigere Fühlung mit ihrem Schaffen selbst gefunden. Dafür spricht die Tatsache, daß in der Zeit vom 1. Oktober 1940 bis zum 30. September 1941 allein an den Dichterlesungen des Deutschen Volksbildungswerkes 16.332 Besucher teilnahmen.
Unter den Dichtern ist auch Sepp Rittler angeführt.
(Völkischer Beobachter vom 21.10.1941)
Nachruf:
Heimatdichter Sepp Rittler gestorben
Sepp Rittler, der weit über sein engeres Heimatgebiet bekannte Mundartdichter, ist am 12. d. M. nach mehrmonatlicher Krankheit im Krankenhaus Krems erst 51 Jahre alt, gestorben. Rittler war ein alter Kämpfer und Idealist im Sinne unseres Führers Adolf Hitler. Donnerstag, den 17. Dezember, wurde Rittler in Kirchberg am Wagram zu Grabe getragen. Kreisleiter Sobodka und Männer seines Stabes, die Ortsgruppe Kirchberg mit Ortsgruppenleiter Pg. Schiel und eine Menge von Freunden von nah und fern geben dem toten Kameraden das letzte Geleite. Am hochgelegenen Friedhof Kirchbergs, wo der Blick weit hinausreicht über das Donautal bis zu fernen, nebelverhangenen Bergen der Heimat, die der Sepp so sehr geliebt hat, hielt der Kreisleiter seinem Hauptstellenleiter einen ergreifenden Nachruf und bot ihm den letzten Gruß als guter Kamerad.
(Znaimer Tagblatt vom 21. 12.1942)
Nachruf: Sepp Rittler, der weit über seine engere Heimat bekannte Mundartdichter, ist am 12. Dezember nach mehrmonatlicher Krankheit im Krankenhause, erst 51 Jahre alt, gestorben. Rittler war ein alter Kämpfer. Ein guter und treuer Kamerad scheidet von uns, der immer an das Edle und Schöne glaubte und viele Menschen durch seine Dialektgedichte, seine Erzählungen und Märchen erfreute.
Donnerstag, den 17. Dezember wurde Rittler zu Grabe getragen. Kreisleiter Pg. Svoboda und Männer seines Stabes, die Ortsgruppe Kirchberg mit Ortsgruppenleiter Schiehl und eine große Menge von Freunden aus nah und fern gaben dem toten Kameraden das letzte Geleite. Am hochgelegenen Friedhofe Kirchberg, wo der Blick weit hinausführt über das Donautal bis zu fernen, nebelverhangenen Bergen der Heimat, die Sepp Rittler so sehr geliebt hat, hielt der Kreisleiter seinem Hauptstellenleiter einen ergreifenden Nachruf und bot ihm den letzten Gruß.
(Schulchronik Engelmannsbrunn, Schulleiterin Berta Wetscherek)
Quellen:
Dissertation von Heinrich Hartauer, 1971, NÖ Landesarchiv
Pfarrchronik Kirchberg am Wagram
Broschüre von Otto Fandl über Sepp Rittler
Diverse Zeitungssausschnitte, veröffentlicht in ANNO
Juli 2020, letzte Änderung April 2024
Maria Knapp