Maria Knapp, Winkl m.knapp@hf-kirchberg.at

Josef BureschJosef Buresch (28.1.1904 – 12.1.2008, beides Wien), dessen Wurzeln in Kollersdorf/Sachsendorf zu finden sind, hatte ein langes erfülltes Leben, das von großem Tatendrang geprägt war.

Theresia Bachmayer (1882, Kollersdorf 26 – 1955, Wien) war eines von elf Kindern des Gastwirtehepaares Katharina und Michael Bachmayer von Sachsendorf 8. Sie hat 1901 den Wiener Maschinenschlosser Thomas Buresch (1871-1911) geheiratet. Ihr Gatte war Maschinenschlosser und stammte aus Klattau in Böhmen. Am 28.1.1904 kam Sohn Josef zur Welt. Bereits 1911 ist der Vater an einer Lungenentzündung verstorben.

Theresia, die als Verkäuferin gearbeitet hat, hat 1913 den aus Znaim gebürtigen Johann Nowak geheiratet, der bei der Hochzeit Zuckerbäcker war, später als er in der Verwandtschaft oft als Tauf- oder Trauzeuge fungierte, war er Angestellter der Gemeinde Wien.

Von 1910 bis 1919 besuchte Josef die Volks- und dann die Realschule. Ab 1910, mit 6 Jahren, erhielt er auch Geigenunterricht.

Von 1920 bis 1924 lernte er Maler und Anstreicher in Dänemark und Hamburg, danach war er Malergeselle in Wien. 

Josef besuchte oft die Heimat seiner Mutter, wo er immer bei den zahlreichen Verwandten in beiden Dörfern vorbeischaute. Bei vielen erledigte er auch anfallende Malerarbeiten in den Zimmern meisterlich in verschiedenen Farben und Mustern. Auch beim Theaterverein Sachsendorf half er, die Kulissen zu bemalen. 1937 legte er die Meisterprüfung als Maler und Anstreicher ab.

1935 hat er Hildegard Weidinger geheiratet, die Ehe wurde nach dem Krieg, im Oktober 1947 geschieden. Erst 1967 ging er wieder eine Ehe ein, mit Margaretha Knittl. Aus erster Ehe stammte Sohn Dipl.-Ing. Gerhard Buresch.

Neben seinem Beruf spielte er in Orchestern, Kammermusikorchestern, bei Schrammeln, in Tanzschulen und Nachtlokalen.

Von 1940 bis 1945 diente er als Soldat und geriet in Gefangenschaft. Danach war er bis 1969 wieder als Malermeister tätig.

Buresch Josef im AlterAb 1960 widmete er sich intensiv der Fotografie, nahm an verschiedenen Wettbewerben teil und erreichte bei Staatsmeisterschaften Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, auch im Ausland feierte er Erfolge.

Zwischendurch begann er, Alte Meister in Aquarell zu kopieren. Auf Anraten seiner Gattin belegte er ab 1992 (mit 88 Jahren!) einen Kurs an der Volkshochschule, um sein Können zu perfektionieren. Er spezialisierte sich auf Akt-, Blumen- und Landschaftszeichnen- und malen in verschiedenen Techniken.

Als ältester Schüler der Volkshochschule Wien-Alsergrund feierte er seinen 100. Geburtstag mit der Ausstellung seiner Werke in einem Kaffeehaus in Hernals unter dem Motto: „Den Tag mit Mut beginnen – das ist Lebenskunst“.

Nach seinem Umzug in ein Pensionistenwohnhaus im 17. Wiener Bezirk präsentierte er dort im Mai 2006 seine farbenfrohen Aquarelle in einer eigenen Ausstellung. Er ist 2008 mit fast 104 Jahren in Wien verstorben.

Über sein künstlerisches Wirken kann man heute noch auf Internetseiten der Stadt Wien nachlesen: Archivmeldung: Mit 16 Jahren Malerlehrling - Mit 97 Jahren Künstler - Presse-Service und Archivmeldung: Vernissage "Freude soll es machen" - Presse-Service

Sohn Gerhard Buresch (23.11.1937 – 21.9.2015)

Werke von Josef Buresch:

Aquarelle von Josef Buresch

Quellen:
Informationen und Unterlagen von Frau Dr. Maria Cerveny
Informationen von Verwandten und Bewohnern von Kollersdorf-Sachsendorf
Pfarrmatriken Altenwörth, Wien

Februar 2026
Maria Knapp