Eder-Kreuz
BEDENK, WAS DAS BEDEUTUNG SEI,
ZIEH AB DEN HUT, DU BIST EIN CHRIST,
DER DURCH DEN HERRN ERLÖST WORDEN IST.
GEW. EDER M.
Kriegerdenkmal
Der Obelisk ist auf einem Betonsockel, welcher mit gemauerten Bruchsteinen eingefasst ist, aufgesetzt. Eine Deckplatte am Sockel der Aufmauerung trägt die Namen und Bilder der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Darunter sind ein Relief aus Bronze, bezeichnet F. Meixner 1919 und eine entschärfte Artilleriegranate angebracht. Am Relief ist ein an eine Kanone gelehnter, gefallener Soldat mit Engel dargestellt. Die Säule trägt einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen, das „Eiserne Kreuz“ steht für „hervorragende soldatische Pflichterfüllung“. Darunter die Inschrift:
Den Gefallenen von den Ortsbewohnern
der Gemeinde Sachsendorf gewidmet.
Aus der Landzeitung vom 21. Juni 1923: Sonntag, den 1. Juli findet die feierliche Enthüllung unseres Kriegerdenkmales statt. 5 Uhr Weckruf, 8 Uhr Feldmesse mit Festpredigt, halb 2 Uhr Empfang der Festgäste, Heimkehrer, Jungfrauen, Sammelplatz Gasthausgarten. 2 Uhr Abholen der Gemeindevertretung, Trauergäste, Trauerjungfrauen, halb 3 Uhr Enthüllung und Weihe des Denkmals, Ansprachen. Ab 4 Uhr Konzert in Herrn Magerls Gasthaus, ab 8 Uhr Tanzkränzchen. Eintritt zum Fest 5000 Kronen, zum Konzert frei. Kommet alle, denn es gilt, unsere lieben Toten zu ehren.
Am 19. August 1956 traf der Gemeinderat die Entscheidung, die Namen der gefallenen und vermissten Soldaten des Zweiten Weltkrieges anbringen und das Denkmal entsprechend einer Skizze von Steinmetzmeister Friedrich Miller aus Krems um zwei Steintafeln links und rechts erweitern zu lassen.
Über die Segnung berichtet Pfarrer Wilhelm Grubmüller in der Pfarrchronik: Am 3.11.1957 wurde in der Gemeinde Kollersdorf und Sachsendorf das Kriegerdenkmal neuerdings geweiht, nachdem zuvor je 2 Steintafeln mit den Namen der im 2. Weltkrieg Gefallenen angebracht worden waren. Die 2. Sonntagsmesse wurde aus diesem Anlass in der Kapelle in Kollersdorf gefeiert und hernach in feierlicher Prozession zu den beiden Denkmälern gezogen, wo in Ansprachen und Gebet der Gefallenen des letzten Krieges gedacht wurde.
Die in der Sitzung des Gemeinderates vom 17. Mai 1985 beschlossenen Reinigungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie die Vergoldung der Inschriften führte Steinmetzmeister Sperner aus Langenlois durch.Blühendes Niederösterreich
Die Grünanlage zwischen Kollersdorf und Sachsendorf ist Aufstellungsort einer Vielzahl von Tafeln, die an die überaus erfolgreiche Teilnahme an der landesweiten Aktion „Blühendes Niederösterreich“ erinnern.
Die Ortschaften mit Blumenschmuck zu verschönern, ist Ziel dieses Wettbewerbes. Kollersdorf und Sachsendorf nahmen erstmals 1981 an der damals „Niederösterreich im Blumenschmuck“ benannten Aktion teil. Schon in den Anfangszeiten konnten beachtliche Erfolge erzielt werden. Seit 1998 ist der Wettbewerb als „Blühendes Niederösterreich“ bekannt.
Überaus erfolgreich war die Teilnahme im Jahr 2023. Erstmals konnte in der Gruppe 1 (Orte bis 800 Einwohner) der erste Platz und somit der Landessieg errungen werden.
Pestkreuz
Der abgefaste Tabernakelpfeiler steht von Kollersdorf kommend rechts, am Ortsanfang von Sachsendorf. In der tiefen, oben spitz zulaufenden Nische befindet sich ein Holzkruzifix, davor eine Christusstatue. An der linken Wand hängt ein Bild mit dem Spruch:
Das Denkmal dürfte aus dem 17. Jahrhundert stammen; ein Zusammenhang mit dem oben genannten Tabernakelpfeiler ist wahrscheinlich.
Beide Pestdenkmäler sind in der Josephinischen Landesaufnahme verzeichnet.
Im Zuge der 100-Jahr-Feierlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Kollersdorf-Sachsendorf im Jahr 1995 wurden beide Marterl von der Ortsbevölkerung renoviert. Einen neuen Anstrich erhielten sie 2024, veranlasst vom Dorferneuerungsverein, durch den Winkler Malermeister Christian Brodesser.
Pestsäule
Der Tabernakelpfeiler mit abgesetztem Pyramidendach steht malerisch auf der etwas erhöhten Verkehrsinsel zwischen Kollersdorf und Sachsendorf und stellt einen besonderen Blickpunkt dar.
In der Richtung Kollerdorf geöffneten Nische befindet sich seit 2018 eine Darstellung des Hl. Sebastian, eine Nachbildung des Altarbildes in der Kollersdorfer Kapelle.
Aus der Pfarrchronik: Gegen Kollersdorf zu steht ein Pestkreuz und im Boden trifft man viele Totengebeine (Pestfriedhof). Bei Erdarbeiten um die Säule treten heute noch Knochen zutage, die an Ort und Stelle beigesetzt werden.
Wegkreuz
Bereits im Jahr 1654 hat man den idealen Standort für ein Wegkreuz am Hochpunkt der Straße nach Seebarn erkannt und eine Bewilligung von der Herrschaft Grafenegg erwirken können. Es durfte ein hilzernes Martersaillen aufgestellt werden.
Kurz außerhalb des Ortes steht an diesem Platz, links an der Straße nach Seebarn, ein Holzkreuz mit bemaltem Blechschnitt-Christus. Ursprünglich war das Kreuz Rich-tung Ortschaft ausgerichtet, seit 2019 steht es parallel zur Landesstraße 45. In diesem Jahr war eine Erneuerung notwendig geworden. Die Marktgemeinde Kirchberg am Wagram gab bei der Tischlerei Thomas Kanzler aus Mitterstockstall die Neuanfertigung eines Kreuzes aus Lärchenholz in Auftrag. Belassen wurde der vor längerer Zeit von Schlossermeister Johann Makolm aus Kollersdorf nach der alten Vorlage angefertigte Blechschnitt-Christus. Sowohl dessen Anfertigung als auch die von Malermeister Adolf Stark aus Kirchberg am Wagram vorgenommene Bemalung erfolgten auf Veranlassung von Marie Bachmayer († 2017) aus Sachsendorf. Nach der Heiligen Messe in der Ortskapelle am Dienstag, den 18. Juni 2019 segnete Pfarrer Maximilian Walterskirchen dieses Kreuz. Anschließend traf man sich zur Agape im Haus der Familie Planner.
Historische Dokumente bezeugen das Bemühen der Ortsbewohner, dieses Kreuz zu allen Zeiten in Ehren zu halten und dessen Fortbestand sicherzustellen. Am 24. Mai 1704 sprach die Herrschaft Grafenegg die Bewilligung aus, anstatt der dort gestandenen und umgefallenen hölzernen Kreuzsäule eine andere neue zu setzen.
In den Jahren 1906 und 1936 sind Renovierungen vorgenommen worden. Zu der zuletzt genannten ist in der Pfarrchronik zu lesen: Von der Kapelle in Sachsendorf zog eine große Volksschar unter der Führung des Ortspfarrers hin zum neu renovierten Kreuz. Zunächst wurde das Lied gesungen: „Heil‘ges Kreuz...“; hierauf hielt der Ortspfarrer eine Ansprache und nahm die Weihe des Kreuzes vor; nach derselben übergab es der Ortspfarrer der Gemeinde. Das 5. Geheimnis des schmerzhaften Rosenkranzes und eine Strophe „Großer Gott...“ beschlossen die Feier. An der Renovierung dieses Kreuzes haben sich besonders verdient gemacht Herr Anton Ploiner (Vorbeter) und Franz Magerl (Gastwirt).
https://www.kirchberg-wagram.at/tourismus/kleindenkmaeler/liste-aller-kleindenkmaeler.html
Archiv der Gemeinde Kollersdorf-Sachsendorf
Fotos und Ansichtskarten: Maria Knapp, Herbert Eder

