Hittinger-Marterl
Der Tabernakelbildstock links an der Landesstraße 2178 nach Winkl, kurz außerhalb des Ortes, hat eine nach Süden ausgerichtete Nische. Hinter einem verzierten Eisengitter befinden sich ein Kreuz und ein Schutzengelbild. Das flache Pyramidendach ziert ein Kardinalskreuz.
Der Hauer und Hausbesitzer Michael Hittinger (1816-1893) errichtete Anfang der 1880er-Jahre dieses Marterl an der Stelle eines früher dort befindlichen hölzernen Hahnkreuzes, das schon in der Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet ist.
Der Heimat- und Fremdenverkehrsverein hat das Denkmal um 1998 renoviert, Adolf Payer fertigte im Jahr 2007 ein neues Holzkreuz für die Nische an.
Waltner-Marterl
Der Tabernakelbildstock links an der Straße nach Neustift im Felde hat drei gedrückt-spitzbogige Öffnungen, die mit modern gestalteten, schmiedeeisernen Gittern versehen sind. Am Sockel ist ein Kerzenhalter angebracht. Auf dem spitz zulaufenden Ziegeldach befindet sich ein Metallkreuz mit Ösenenden.
Zum Dank dafür, dass er bei einem Autounfall nicht verletzt worden ist, errichtete der Altenwörther Landwirt Johann Waltner im Jahr 1962 dieses Marterl. Er erfüllte damit gleichzeitig die Verpflichtung der Gemeinde, die dessen Wiederherstellung nach dem Ausbau der Landesstraße 46 von Gigging nach Neustift zugesichert hatte. Die Statue des Hl. Christophorus wurde aus der damals unversperrten Nische gestohlen. Jetzt ist links an der hinteren Wand ein Terracotta-Bildnis des Heiligen angebracht. Die Madonna ist eine Spende von Peter Hrusa aus Altenwörth.
In der Josephinischen Landesaufnahme ist an dieser Stelle ein Bildstock verzeichnet, der an der Kreuzung der Wege nach Kollersdorf und Neustift gestanden ist. Es dürfte sich um jenes Denkmal handeln, das in den Grafenegger Handschriften Erwähnung findet: Den 5. Febr. 1656 wierdt dem Georg Hueber zu Gigging ain hilzerne Creuzseillen gleich außer des Dorfs am Kollerstorfer weeg zusezen verwilliget.
Friedhofskreuz
Das in gerader Verlängerung zum Eingang stehende, mächtige Kreuz aus Sandstein könnte im Zuge der Neuanlage des Friedhofs im Jahr 1786 errichtet worden sein. Die Reformen zum Bestattungswesen von Kaiser Joseph II. führten zur Auflassung des alten Friedhofs im Bereich des heutigen Pfarrhofes.
In der Pfarrchronik ist das Kreuz nur einmal - bei der Beisetzung von Pfarrer Anton Berger - erwähnt (Eintrag von Pfarrer Josef Dedelbacher, 1930):
Pfarrer Bergers Todesahnen bewahrheitete sich. Am 18. Februar 1859 schloß er seine Augen und wurde mitten im Friedhofe beim großen steinernen Kreuze beigesetzt. Requiescat in pace!
Kapelle und Glockenturm
In Gigging bestand bis 1890 eine Bildsäule in der Nähe des heutigen Kapellenbildstockes, bei der Bänke zum Beten des Rosenkranzes aufgestellt waren. Erst in diesem Jahr ließen die Kaufleute Anton und Regina Laiminger aus Altenwörth eine Kapelle mit Glockenturm errichten.
Die Instandhaltung besorgten die Stifter anfangs selbst. 1895 widmeten sie laut Pfarrchronik eine Obligation zu Handen der Gemeinde, damit von den Zinsen nach dem Willen der Stifter in der Kapelle ein Lämpchen brennen solle an folgenden Tagen: Am Vorabend eines jeden Sonn- und Feiertages, am Vorabend eines Marienfestes, täglich im Monat Mai, an den Festen St. Anton (13.6.) und St. Alois (21.6.) und in der Oktave dieser beiden Tage.
Zeichnung: (Neuigkeits) Welt Blatt, 19061906 hat Gigging aus Gemeindemitteln eine Glocke mit einem Durchmesser von 49,5 cm und einem Gewicht von 66 kg angeschafft. Die Kremser Zeitung berichtete über die Glockenweihe: Herr Anton Laiminger von Altenwörth hatte beschlossen, zur Ehre Gottes eine schöne Kapelle bauen zu lassen. Er führte den Plan aus und derselbe ist herrlich gelungen. Die Kapelle steht in Gigging neben der Straße nach Altenwörth, ist im gothischen Stile erbaut und mit einem prachtvollen Altare von Stuflesser in Gröden, Tirol, geschmückt; derselbe kam auf 400 fl. zu stehen. In der Mitte steht die Mutter Gottes mit dem Jesuskinde, rechts der hl. Aloisius, links der hl. Antonius v. P. Prachtvolle Leuchter, Bilder und Blumen schmücken die Kapelle, welche von einem eisernen Glockenthurme überragt ist. Derselbe wurde am 24. d. M. nach dem hl. Segen durch den hochw. Herrn Dechant von Kirchberg feierlich eingeweiht, ihm assistirten bei diesem Akte der hochw. Herr Pfarrer von Altenwörth und der hochw. Herr Pfarrer von Bierbaum. Viele Andächtige auch von weit her hatten sich eingefunden und lauschten den Worten des Herrn Dechant, die er über die Bedeutung der Kapelle vorbrachte. Auch dem Herrn Lehrer von Altenwörth gebührt geziemendes Lob für die Mühe, die er sich mit den Schulkindern gab, die exakt ein herrliches Marienlied sangen, sowie seiner Gemahlin, welche die weißgekleideten Mädchen führte. Herr und Frau Laiminger aber haben sich ein Andenken gesetzt, das gewiß dauernder als Erz und Stein ist.
Im Jahr 1917 musste die Glocke für Kriegszwecke abgenommen werden. Die Ersatzglocke überdauerte unbeschadet den Zweiten Weltkrieg.
1997 wurde die Kapelle vom Heimat- und Fremdenverkehrsverein mit einer Subvention der Pfarre renoviert und das Geläute elektrifiziert. Am 21. Juni 1998 fand die Segnung durch Pfarrer Josef Morgenbesser mit anschließender Agape am Spielplatz statt. Das katastrophale Hochwasser von 2002 erforderte eine Ergänzung auf der Metalltafel an der Vorderseite der Kapelle, die 1989 angebracht worden war.
2014 stand wieder eine Renovierung an; diese fand mit der Segnung bei einem Kapellenfest einen würdigen Abschluss.
Passsecker-Kreuz
Das hölzerne Dachkreuz mit goldfarbenem, verziertem Blechdach und Corpus Christi steht gleich außerhalb von Altenwörth, rechts an der Landesstraße 2182 nach Kollersdorf, zum Gedenken an Katharina Passecker (1868-1945), die kurz vor Kriegsende bei einem russischen Fliegerangriff den Tod fand. Ursprünglich befand sich das Denkmal in einem Vorgarten auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Nach der Erneuerung des Kreuzes im Jahr 1990 wurde 2023 statt der Holz- eine Blechtafel mit der ursprünglichen Beschriftung angebracht.
Pestkreuz
Das Denkmal steht nahe der Kapelle, am Rand des Spielplatzes. Der Bildstock mit achtseitigem profiliertem Pfeiler mit Quaderaufsatz und Flachbogennischen wird urkundlich bereits 1679 erwähnt; er ist in der Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet und steht unter Denkmalschutz.
In den nach Osten und Westen weisenden vergitterten Nischen befinden sich je ein Holzkreuz, die Adolf Payer aus Gigging im Jahr 2007 neu angefertigt hat. Am Pyramidendach ist ein kreuzähnliches Gebilde aufgesetzt.
Die Säule wurde im Jahr 1986 vom Heimat- und Fremdenverkehrsverein renoviert.
Flamme des Friedens
Der Verein zur Förderung des Friedens ist ein österreichischer gemeinnütziger, weltweit agierender Verein. Gründerin und Präsidentin ist Herta Margarete Habsburg-Lothringen. Als Friedensbotschafter werden weltweit bedeutende Persönlichkeiten nominiert, die sich für den Weltfrieden einsetzen. Die Standorte für die Denkmäler sind weltweit bekannte Orte. Sie sollen zum Erhalt des Weltfriedens beitragen und ermahnen.
Am 28. Juni 2025 wurde auf Initiative von Herrn Christian Sattler aus Gigging, einem Mitglied dieses Vereins, zum Gedenken am Rand seines Anwesens ein Gedenkstein enthüllt. Ein Steinblock trägt die aus Metall gefertigte Flamme, Symbol für Mut, Kraft, Wärme, Schönheit und Eigenwilligkeit. Die Segnung nahm Pfarrer Maximilian Walterskirchen vor. Im Anschluss konnte man bei geselligem Beisammensein im Feuerwehrhaus noch einige Worte mit der Stifterin wechseln.
Abgekommenes Denkmal
Die Lage der Denkmäler auf der Homepage der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram:
https://www.kirchberg-wagram.at/tourismus/kleindenkmaeler/liste-aller-kleindenkmaeler.html?perso_id=1
