Maria Knapp, Winkl m.knapp@hf-kirchberg.at

Wegkreuz 

In Verlängerung der Kirchberger Hubertusgasse in Richtung Westen, im Bereich der Kreuzung mit einem zur Hubertuskapelle führenden Feldweg, steht ein eisernes Dachkreuz mit bemaltem Blechschnitt-Christus.

Dachkreuz Engelmannsbrunn
 

Äußeres Damianmarterl

äußeres DaminamarterlDer Tabernakelbildstock befindet sich nordwestlich des Ortes, oben auf der Ackerkante am Kapellenweg, am südlichen Ende eines großen Damianackers. Seiner Form nach dürfte es aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Die Nische mit zwei Heiligenbildern öffnet sich nach Osten und Süden, auf dem abgestumpften Pyramidendach ist ein Kardinalskreuz mit Kleeblattenden angebracht, auf dem unteren Querbalken zusätzlich ein Andreaskreuz. An der Südseite hängt in einer kleinen Nische ein Kruzifix.

Äußeres und Inneres Damianmarterl sind nach dem Kirchberger Leinwandhändler Johann Jakob Damian (1682-1763) benannt, der nach Wien zog, dort als erfolgreicher Geschäftsmann tätig war und im Jahr 1731 in Kirchberg eine fromme Stiftung gründete. Die Pachteinnahmen des vor allem in der Engelmannsbrunner Freiheit angekauften Ackerlandes, sollten armen Angehörigen des Stifters und in späterer Folge anderen Gemeindearmen zugutekommen. Die Jakob Damian’sche Stiftung besteht noch heute. Die Verwaltung obliegt der Gemeinde.

 

Inneres Damianmarterl

inneres DamianmarterlEtwa 100 Meter östlich davon steht in der Mühlgasse, ebenfalls an einem Damianacker, das Innere Damianmarterl, das in der  Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet ist.

Der Pfeilerbildstock hat eine nach Nordosten geöffnete Nische, im Inneren ein Kreuz, eine kleine Madonna und ein altes Bild der Heiligen Familie. Das Satteldach trägt ein Kruzifix mit Ösenenden.

Inneres Damianmarterl, Engelmannsbrunn
   
 
 
 
 
 

Inschrift auf der Rückseite:
18 IL 43
Es dürfte sich um das Datum einer Restaurierung handeln. 

 

Hl. Florian und Dorfbrunnen

Hl. FlorianDie vom Viendorfer Bildhauer Ludwig Wöß (1949-2006) aus Betonguss hergestellte Freiplastik wurde anlässlich des Feuerwehrhausneubaues 1994 aufgestellt, sie befindet sich zwischen Buswartehäuschen und Feuerwehrhaus. Beim Feuerwehrfest wurde die Statue gesegnet. 

Bei der 2023 durchgeführten Renovierung kam eine Zeitkapsel zum Vorschein. Eindringende Feuchtigkeit machte das darin enthaltene Dokument jedoch unleserlich.

Dorfbrunnen 2025
Der von einer Quelle gespeiste Dorfbrunnen (Schwoabbrunn), der einen älteren ersetzt, erinnert an die Errichtung von Regulierungsanlagen zur kontrollierten Ableitung der Wassermassen bei starken Regenfällen. Mit einem Festakt am 14. September 1958 im Beisein von Landesrat Johann Waltner und der Segnung der baulichen Anlagen durch Pfarrer Rudolf Koriska konnte dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

 

Heiss-Kapelle

Heiß-Kapelle, Engelmannsbrunn

Etwa 500 Meter außerhalb des Ortes, am oberen Weg nach Kirchberg, befindet sich das Denkmal, das zum Dank für die glückliche Heimkehr des Karl Bauer aus dem Ersten Weltkrieg von dessen Familie errichtet worden ist. Sie ist Ausgangspunkt der jährlichen Flurprozession zu den Bitttagen.

Ehemalige Inschrift, die übermalt ist:
1824
Mein liebes Kind
Wo gehst du hin
Weißt du nicht, daß
Ich deine Mutter bin.
Ich liebe dich
Herzinniglich
Drum bleibe stehn
Und grüße mich.  
 
Zur Ausstattung des Kapellenbildstocks gehören ein Altartisch, eine Herz-Mariä-Statue und Heiligenfiguren. Der spitzbogige Eingang ist mit einer verglasten, mit einem Ziergitter versehenen Eisentür verschlossen. Am Giebel erhebt sich ein Radkreuz.
 
Heisskapelle

Heiss-Kapelle innen

Hubertuskapelle

Hubertuskapelle, SauerGemälde Dr. Kurt Sauer, Kirchberg am WagramDie Kapelle befindet sich südlich eines Feldwegs, in Verlängerung der Hubertusgasse, nahe dem Ortsrand von Kirchberg am Wagram. Charakteristische Merkmale ihres äußeren Erscheinungsbildes sind ein Satteldach mit Kardinalskreuz, ein leicht vortretendes Korbbogenportal sowie die Aufschrift HUBERTUSKAPELLE. Der Eingang ist durch ein halbhohes Eisengitter verschlossen.

Ein Gemälde des Kirchberger Bezirksrichters und Malers Dr. Kurt Sauer (1879-1966), datiert 1927, zeigt die Kapelle in einer sehr schlichten Ausführung. Das leicht vorgesetzte Korbbogenportal wurde vermutlich in den 1950er-Jahren ergänzt.

Hubertuskapelle altFoto: Rudolf Delapina, WienDer Kapellenbildstock war früher unter dem Namen des wahrscheinlichen Erbauers Josef Neugebauer bekannt, wie der Artikel über die Segnung im Jahr 1967 in der Zeitschrift „Österreichs Weidwerk“ nahelegt: Den Abschluß und zugleich Höhepunkt der letzten Hauptjagd der Jagdgesellschaft Engelmannsbrunn bildete am 15.11.1967 die Einweihung der Hubertuskapelle im Genossenschaftsrevier. Die Jägerschaft zog mit den Ehrengästen und der Geistlichkeit von Kirchberg am Wagram unter Musikklängen im Fackelzug zur Kapelle. Dort begrüßte Jagdleiter Hans Mantler alle Anwesenden, insbesondere BJM Dir. Karl Grimm, und gab zunächst die Streckenlegung bekannt. Sodann brachte er seine besondere Freude darüber zum Ausdruck, daß es - wohl unter Opfern - der Engelmannsbrunner Jägerschaft doch gelungen ist, einen lang gehegten Wunsch zu verwirklichen. HRL E. Tragschitz schilderte hierauf den Werdegang von der alten „Neugebauer-Kapelle“ zur jetzigen, prachtvoll umgestalteten Hubertuskapelle und dankte allen freiwilligen Helfern der Jagdgesellschaft Engelmannsbrunn, den Spendern und nicht zuletzt Malermeister W. Klug aus Kirchberg, die diese schöne Stätte in Gottes freier Natur schufen. 

Hubertuskapelle, Engelmannsbrunn
Hubertuskapelle, Engelmannsbrunn

Köckeis- Marterl

KöckeismarterlAm Ende der nach Kirchberg führenden Gemeindestraße „Am Berg“ steht in nördlicher Richtung ein eindrucksvoller Tabernakelpfeiler, dessen ohnehin beträchtliche Höhe durch seine exponierte Lage auf einer kleinen Anhöhe zusätzlich betont wird.

Inschrift:
Laurentz Köckeis
1845
Fürchte Gott,
handle gerecht,
scheue niemand! 

Die Seiten sind abgefast, in der nach Süden ausgerichteten Nische befindet sich ein gemaltes Marienbild. Das Pyramidendach ziert ein Papstkreuz mit Kleeblattenden. 

Der Bildstock ist älter, als die Inschrift besagt - er ist in der Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet.

Mantler-Kapelle

Aus Dank für die Genesung nach dem Sturz vom Baum wurde von der Familie Anton Mantler östlich von Engelmannsbrunn, rechts am Weg nach Kirchberg, eine Kapelle errichtet. Das Grundstück gehört jetzt der Familie Herbert Bauer und die Kapelle wird von der Familie auch gepflegt. 
Die Kapelle, die vermutlich aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt,  hat einen Dreiecksgiebel mit Kreuz und eine Ortsteinquaderung. Die Eisentür mit Glasscheibe schließt oben mit einem Segmentbogen ab. Zu beiden Seiten der Lourdes-Madonna knien zwei betende Engel. An den Seitenwänden befinden sich Heiligenbilder bzw. jeweils ein kleines Spitzbogenfenster. 

Die Kremser Zeitung berichtet am 2.8.1902: 
Kapellen-Einweihung.

Mantler Kapelle innen Am 27. Juli vereinigte hier die Doppelfeier des Kirchtages und einer Kapelleneinweihung, sich gegenseitig fördernd, bei prachtvollem Sommerwetter eine große Menschenmenge. Die Einweihung der neuen vom Herrn Anton Mantler, Wirtschaftsbesitzer, auf seinem Grund an einem vielbenützten Fahrweg in der Nähe des Ortes erbauten Feldkapelle wurde vom Pfarrprovisor in Kirchberg, Herrn Rudolf  Hager, feierlich vorgenommen, nachdem man in Prozession, wobei die für den Kirchtag bestellte Musikkapelle Zehetner zugleich auch einem heiligen Zwecke dienen konnte, von der Ortskapelle aus zu der zu weihenden Stätte gezogen war. Die Weihehandlung wurde mit den Vortrag eines schönen Gedichtes durch ein Töchterchen der Herrn A. Mantler eröffnet und mit einer passenden Ansprache des Herrn Provisors, woran sich einige Gebete zu den Heiligen, deren große Statuen und in Gold-Prachtrahmen gefaßte Bildnisse geschmackvoll das Innere zieren, und eine Strophe des Te Deum reihten, geschlossen.
Die Kapelle, die wegen der Widmung und der großen Lourdes-Marienstatue den Namen „Maria-Lourdeskapelle von Engelmannsbrunn“ führt, gereicht dem Herrn A. Mantler zur Ehre, den Vorübergehenden zur Erbauung, der Gegend zur Zierde. Die große Teilnahme an der Weihehandlung ist ein die Bevölkerung sehr ehrendes Bekenntnis des allein die Menschheit wahrhaft aufklärenden und beglückenden katholischen Glaubens.
 
Mantler-Kapelle, Engelmannsbrunn 

Mantler-Marterl

Die Gestaltung des Kreisverkehrs im Jahr 2007 nahm Familie Josef Mantler zum Anlass, den baufälligen Tabernakelpfeiler in dessen südöstlichen Bereich abzutragen und in Sichtziegelbauweise nach alter Vorlage neu zu errichten. Den Bildstock schmückt eine Herz-Jesu-Statue in einer verglasten Nische und ein reich verziertes Papstkreuz.

Das Denkmal markierte wahrscheinlich den Standort des Gerichtskreuzes von Engelmannsbrunn - in der Jose-phinischen Landesaufnahme ist hier ein Kreuz eingezeichnet. 

Mantler Marterl

Mantler Marterl altFoto: Johannes Ramharter, Tulln

 

Stadler-Marterl

Stadler-Marterl

Östlich der Ortschaft, auf der Anhöhe hinter dem Haus Dorfstraße 36 der Familie Herbert Stadler, steht ein Tabernakelbildstock mit abgefastem Pfeiler. Aus welchem Anlass das Denkmal errichtet wurde, lässt sich nicht mehr feststellen; in der Josephinischen Landesaufnahme ist es nicht eingezeichnet.

Er ist mit Ziegeln gedeckt und trägt ein reich verziertes, geschmiedetes Papstkreuz. Den obersten Balken zieren die Buchstaben L und M.  In den quadratischen Nischen befinden sich ein Herz-Mariä-Bild, ein Herz-Jesu-Bild sowie ein Bildnis des Hl. Josef.

Herz Mariae  

Madonna

Madonna an der KircheOberhalb des Eingangs der 1880 errichteten Kapelle befindet sich in einer Nische mit halbrundem Abschluss eine Madonnenstatue. Über die Herkunft und das Alter der Statue ist nichts bekannt.

Kapelle Engelmannsbrunn 

Ernte-Szene

ErnteszeneDer Kirchberger Malermeister Wilhelm Klug fertigte um 1960 das Sgraffito am damaligen Milchkasino, heute Dorfstraße 56, an.

Es zeigt die im Verschwinden begriffene Arbeit des Mähens mit der Sense und das Aufrichten der Getreidegarben zum Trocknen, daneben eine stillende Mutter - beides Zeichen der Fruchtbarkeit. 

 

 

Abgekommenes Kleindenkmal

Weberkreuz 

Weberkreuz

Das Holzkreuz mit Corpus Christi, das in der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet ist, befand sich nordöstlich des Ortes. Das Denkmal war bereits stark verwittert und ist nach 1986 entfernt worden.

 

Quellen:
DEHIO-HANDBUCH - Die Kunstdenkmäler Österreichs; Niederösterreich nördlich der Donau, 1990
Dr. Rudolf Delapina, diverse Unterlagen
Unterlagen der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram
Dr. Johannes Ramharter, Kleindenkmäler in Kirchberg am Wagram, 2005 (Manuskript am Gemeindeamt) 
 
Die Lage der Denkmäler auf der Homepage der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram:
 
Nicht benannte Fotos: Marianne Eckart, Maria Knapp 
 
September 2023, letzte Änderung Oktober 2025
Marianne Eckart, Maria Knapp, Herbert Eder