Maria Knapp, Winkl m.knapp@hf-kirchberg.at

Hl. Antonius

AntoniusDer Pfeilerbildstock hat ursprünglich eine Statue des Hl. Antonius von Padua getragen. Die Ausführung und der verwendete Zogelsdorfer Sandstein ermöglichen eine Zuordnung in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. An drei Seiten der renovierten Säule befinden sich flache, oben abgerundete, leere Nischen, die Dachplatte ist verblecht, darauf ist ein einfaches Metallkreuz angebracht. Der Bildstock ist in der Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet.

Heute befindet sich dieses Denkmal nahe der Einfahrt zur Baustoffrecyclinganlage. Bis zur Kommassierung in den 1960er-Jahren stand es an der Ochsenstraße, etwa einen Kilometer in nordöstlicher Richtung. Diese Straße diente dem Ochsentrieb von Ungarn nach Süddeutschland. Die Nordroute führte, von Absdorf kommend, über Neustift im Felde auf einem bis zehn Meter breiten Weg durch die Kollersdorfer Freiheit in Richtung Fels am Wagram. Der Ausbau der B 34 bedingte eine neuerliche Versetzung des Denkmals an den jetzigen Standort.

Der Sandstein war durch Witterungseinflüsse stark in Mitleidenschaft gezogen worden, was letztendlich zum Verlust der figuralen Darstellung führte.

Hl. Antonius KollersdorfFoto: Johannes Ramharter, Tulln

Antonius TafelBei dem um 2010 angebrachten Metallrelief hat es sich um eine Neuanfertigung gehandelt. Es ist nicht mehr vorhanden.

Bachmayer-Kreuz

Das Holzkreuz steht rechts an der Landesstraße 2182 nach Altenwörth, nicht weit vor Beginn der Gigginger Freiheit, an einer Weggabelung, von der ein Weg zur Haniflacke führt. Flankiert ist das schlichte Kreuz mit Corpus Christi von zwei hohen Thujen.

Warum dieses Kreuz der Familie Bachmayer zugeordnet wird, ist nicht bekannt

Bachmayer-Kreuz

Bachmayer-Kreuz

Eder-Kreuz

Eder-Kreuz

Das Holzkreuz mit Corpus Christi ließ Margaretha Eder aus Sachsendorf im Jahr 1990 beim Sportplatz setzen. Es ist von einem Bogen mit Kletterrosen umrandet, davor blüht ein weiterer Rosenstrauch.

Roswitha und Josef Miltner haben das Kreuz im Jahr 2021 restauriert und das alte eiserne Rankgitter gegen einen Holzbogen ausgetauscht. Die Segnung nahm Kaplan Pater Pierre Didier Nyongo Ndoua am 11. Mai 2021 vor.

Ederkreuz bei Sportplatz 

 

Hl. Florian

Hl. FlorianDer Bildstock mit profiliertem Sockel steht einige hundert Meter außerhalb des Ortes, rechts an der Landesstraße 45 nach Neustift im Felde.

Das Denkmal hat nach drei Seiten rundbogige, verglaste Öffnungen, die mit einem Ziergitter versehen sind. Das Pyramidendach trägt ein einfaches griechisches Kreuz.

Der Bildstock wurde um das Jahr 2000 von Alfred Hellmer aus Kollersdorf als Ersatz für ein Stangenbild des Heiligen errichtet. An dessen Festtag war das Denkmal früher auch Ziel von Prozessionen.

Florian alt Kollersdorf 

Hl. Florian

Hl. Florian, KollersdorfDie Westseite des Feuerwehrhauses ziert eine Darstellung des Hl. Florian. Da gerade diese Seite den Witterungseinflüssen stark ausgesetzt ist, war im Jahr 2022 eine Restaurierung erforderlich. Jörg Jesenko aus Spillern, dessen Vater Anfang der 1990er-Jahre erstmals die Wand mit dem Schutzheiligen der Feuerwehr schmückte, konnte den Anforderungen mehr als gerecht werden. Um ein zu schnelles Antrocknen der Farben hintan zu halten, wurde auch in der Nacht gearbeitet.  
 
 
 
 

Hahnkreuz

Hahnkreuz Kollersdorf

Ein bemalter Hahn am Giebel ziert das Holzkreuz an der Straße nach Mallon, nördlich der S 5 Stockerauer Schnellstraße. Der farbig gefasste Blechschnitt-Christus ist durch eine hölzerne Überdachung geschützt. Der sich im Wind drehende Hahn erinnert an die Verleugnung Jesu durch Simon Petrus. 

 Hahn-Kreuz    
   

Kriegerdenkmal

Die feierliche Segnung des Kriegerdenkmals durch Pfarrer Maximilian Walterskirchen war der Höhepunkt des am 19. November 2017 stattgefundenen Festaktes. Frostschäden, vor allem am Bruchsteinmauerwerk, hatten der gesamten Anlage schwer zugesetzt, eine Generalsanierung war erforderlich geworden. Die Steinmetzarbeiten führte die Firma Hauenschild aus Langenlois im Auftrag der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram aus. Mit Unterstützung der Gemeinde, der NÖ Dorf- und Stadterneuerung und des Dorferneuerungsvereins konnte dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Das aus Wachauer Marmor ausgeführte Denkmal erinnert an 39 gefallene oder vermisste Soldaten beider Weltkriege. Spenden der Ortsbewohner und der Kriegsheimkehrer ermöglichten die Errichtung. Pfarrer Josef Dedelbacher berichtete in der Pfarrchronik anlässlich der Segnung am 14. August 1927, dass ein langjähriger Wunsch der Kollersdorfer Bevölkerung in Erfüllung gegangen sei. Die Steintafeln für die Opfer des Zweiten Weltkrieges wurden 1956 angebracht. Im Jahr 1985 standen Sanierungsmaßnahmen und die Vergoldung der Inschriften an. Im Zuge der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt nach den Kanalbauarbeiten wurden die in den Gehsteig hineinragenden Stufen, die Einfriedung und der üppige Baum- und Strauchbestand entfernt.

Kriegerdenkmal Einweihung

Dieses Foto erinnert an die Kriegerdenkmalsegnung im Jahr 1927. Links neben Pfarrer Josef Dedelbacher ist Generalmajor Ing. Moritz Erwin Freiherr von Lempruch (1871-1946) zu sehen. Er war eine der bedeutendsten Führerpersönlichkeiten der österreichischen Militärgeschichte. Bekanntheit erlangte er als Verteidiger der Ortlerfront (Italien). Nach dem Ersten Weltkrieg nutzte er das von ihm erworbene Marienschlössl in Wiedendorf als Wohnsitz. Dass Pfarrer Dedelbacher diese hochrangige militärische Persönlichkeit als Festredner gewinnen konnte, spricht für ein besonders herzliches und freundschaftliches Verhältnis. 

  
Kriegerdenkmal KollersdorfFoto um 1985     
Kriegerdenkmal KollersdorfDas Kriegerdenkmal, 2018
 

Magerl-Kreuz

Magerl-Kreuz, Kollersdorf

Am 4. März 2019 verunglückte der 68-jährige Kurt Magerl nahe seinem Haus bei Holzschlägerungsarbeiten tödlich.

Am Sterbetag im Jahr 2021 segnete Kaplan Pater Pierre Didier Nyongo Ndoua das an der Unfallstelle aufgestellte Gedenkkreuz. 

 
 
  
 
 
    
 

Musikus

Die vom international anerkannten Mauternbacher Künstler Fritz Gall aus Anlass des 60-Jahr-Jubiläums des Musikvereins Kollersdorf-Sachsendorf geschaffene Skulptur „der Musikus“ ist ein Arrangement aus verschiedenen Blechblasinstrumenten auf einer drei Meter hohen Edelstahlkonstruktion.

BausteinDie das Kulturgut Blasmusik symbolisierende Skulptur steht vor dem Musikheim. Am 21. Juni 2009 fand die feierliche Enthüllung und Segnung statt.     

Musikus-Partnerschaften und eine Bau„Stein“-Aktion haben zur erfolgreichen Umsetzung dieses Dorferneuerungsprojektes beigetragen.                                                                   

Durch einen Verkehrsunfall wurde die Skulptur stark beschädigt. Der Sockel musste erneuert werden, auch die Instrumente kamen teilweise zu Schaden. Die Wiedererrichtung erfolgte am 22. Oktober 2014 durch den Künstler.  

Segnung Musikus 
 

Ställkreuz

Wegkreuz, Kollersdorf

Das Brettkreuz mit Corpus Christi steht an einem Feldweg südlich von Kollersdorf in Richtung Altenwörth. Diesen Platz erhielt es im Zuge der Grundzusammenlegung, davor stand es am ehemaligen Kirchensteig, ungefähr 50 Meter weiter östlich.

Aus der Pfarrchronik: Im Jahr 1907 machten sich die Einwohner von Sachsendorf einen auch bei Regenwetter gut gangbaren Kirchensteig nach Altenwörth (wieder durch gemeinsame Arbeit). An demselben stehen zwei hölzerne Kruzifixe; beide hat der jetzige Ortsvorstand Franz Magerl (Sachsendorf No. 13) setzen lassen. Das erste heißt "Ställkreuz", so benannt nach der dortselbst seinerzeit sich befindlichen Vieh-Stelle (=Weideplatz). Es standen aber schon früher Kreuze dort.

Die zuletzt vorgenommene Erneuerung des Kreuzes liegt noch nicht allzu lange zurück. Die Holzarbeiten übernahm Ernst Maringer, das geschwungene Blechdach fertigte Schlossermeister Johann Makolm an.    

 

Weißes Kreuz 

weißes KreuzDer Tabernakelpfeiler befindet sich kurz außerhalb des Ortes, links an der Landesstraße 45 nach Neustift im Felde. In der nach Süden und Osten geöffneten Nische hängen zwei Heiligenbilder, in der Ecke steht eine Lourdes-Madonna. Auf dem abgesetzten Pyramidendach ist ein einfaches schmiede-eisernes Kreuz angebracht.

Im Jahr 1995 fand anlässlich der 100-Jahr-Feierlichkeiten der FF Kollersdorf-Sachsendorf eine Renovierung durch die Ortsbevölkerung statt. 2024 hat Malermeister Christian Brodesser aus Winkl auf Veranlassung des Dorferneuerungsvereins das Denkmal neu gestrichen.

Es dürfte sich um die Martersaillen handeln, deren Bewilligung um 1670 erfolgte: Der Gemein zu Kollersdorff wirdt erlaubt auf der Herrschaft Gravenegg Freyheit bey Kollersdorff am Todtenweg weegen gethanen Gelübts Zueverhüttung göttlichen Zorn undt abwenden der Pest zusezen undt aufzurichten. Item dem Johann Fischer undt Martin
Fischer wegen Ihres Schwehen Vater gethanen Gelübtt außerhalb Kollersdorf wo die wiesen an den Neüstifter weeg stößen eines aufzurichten bewilliget
.

Das Marterl ist in der Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet.   

 

Woad-Kreuz

Woad-Kreuz, KollersdorfAuf Initiative der Familien Hermann Ploiner und Leopold Planner gelangte an der Kreuzung der Verbindungswege von Kollersdorf und Sachsendorf in Richtung Altenwörth anstelle des alten Holzkreuzes ein neues Kastenkreuz, angefertigt von Ernst Maringer, zur Aufstellung. Die ursprüngliche Christusfigur blieb erhalten. Die Bodenverankerung übernahm Schlossermeister Johann Makolm.

Am 20. März 2007 segnete Pfarrer Maxi-milian Walterskirchen in der Kapelle Sachsendorf das neue Kreuz.

Das ungefähr sechs Hektar große, heute vollständig bewaldete Grundstück ist im Franziszeischen Kataster als Gemeindeweide - umgangssprachlich Woad - ausgewiesen und wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts für den Viehaustrieb genutzt.

 

 

Unfallkreuz

UnfallkreuzRechts an der S 5 Stockerauer Schnellstraße von Neustift nach Kollersdorf befindet sich ein kleines Dachkreuz. Es erinnert an einen Verkehrsunfall mit Todesfolge.

Inschrift:
Hier starb unsere
geliebte Tochter
Helga
an ihrem
25. Geburtstag
am 19.7.1991 
 

 
 

Denkmäler, die nicht mehr zugeordnet werden können

Verwilligung einer Creitz Saullen. Hertzogburgl: Underthan an dem Kürchberger Weeg in hiesiger Freyheit zu Kollerstorf ein hiltzene Martersaulle aufzusetzen verwilliget wordten (= Datum fehlt, ist nach dem 19.3.1700 eingeschrieben worden; fol 295).

Marterseillen zu Kollersdorf. Der Gemein zu Kollersdorff wirdt erlaubt auf der Herrschaft Gravenegg Freyheit bey Kollersdorff am Todtenweg weegen gethanen Gelübts Zueverhüttung göttlichen Zorn undt abwenden der Pest zusezen undt aufzurichten. Item dem Johann Fischer undt Martin Fischer wegen Ihres Schwehen Vater (= Schwiegervater) gethanen Gelübtt außerhalb Kollersdorf wo die wiesen an den Neüstifter weeg stößen eines aufzurichten bewilliget. (= Kein Datum angegeben, Bericht ist zu finden zwischen dem 14.10.1668 und dem 25.2.1669.)
Quelle: Martersäulen vor 1700: Hans Windbrechtinger, Heimatforscher aus Straß, hat in seinem Buch „Martersäulen zu setzen erlaubt …“ Kleindenkmäler aus unserer Gemeinde genannt, deren Errichtung zwischen 1651 und 1704 bewilligt wurde.
AT-OeStA/HHStA SB HA Grafenegg Handschriften 24 

 
Die Lage der Denkmäler ist auf der Homepage der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram eingezeichnet:
https://www.kirchberg-wagram.at/tourismus/kleindenkmaeler/liste-aller-kleindenkmaeler.html?perso_id=1  
 
Quellen:
Pfarrchronik Altenwörth
Pfarrmatriken Altenwörth
DEHIO-HANDBUCH - Die Kunstdenkmäler Österreichs; Niederösterreich nördlich der Donau, 1990
Dr. Rudolf Delapina: Diverse Unterlagen
Dr. Johannes Ramharter, Kleindenkmäler in Kirchberg am Wagram, 2005, (Manuskript am Gemeindeamt) 
 
Die Fotos stammen von den Autoren.
 
August 2023, letzte Änderung Oktober 2025
Maria Knapp, Herbert Eder