Einleitung
Freizeit – ein Begriff, der für uns heute ganz selbstverständlich ist. Kaum jemand denkt noch darüber nach, denn sie steht uns einfach zur Verfügung. Das Angebot zur Freizeitgestaltung ist vielfältig und scheint
nahezu grenzenlos. Aber das war nicht immer so!
Vor allem in den bäuerlich geprägten Regionen ist der Begriff Freizeit eine vergleichsweise junge Erscheinung. Sie war knapp, und das Angebot an entsprechenden Aktivitäten blieb lange Zeit begrenzt. Da viele Menschen in der Landwirtschaft tätig waren, richteten sich freie Zeiten nach Ernte und Wetter.
Eine zentrale Rolle im Dorfleben spielten die Wirtshäuser – und davon gab es, man mag es kaum glauben, so einige. Die Broschüre Sperrstund’ is – Gaststätten in Kollersdorf und Sachsendorf gewährt uns Einblicke in das einst rege Wirtshausleben unserer Ortschaften. Man traf sich zum Kegeln, zum Kartenspielen, zu Konzertveranstaltungen, Fernsehabenden, Bällen und Theateraufführungen. Und nicht zu vergessen der Kirtag: Er bot Gelegenheit für Geselligkeit, Musik, Tanz und oftmals auch zur Partnerwahl.
Darüber hinaus engagierten sich die Lehrerschaft und die Ortsburschen und bereicherten das Freizeitangebot. Die wachsende Bedeutung des Vereinswesens führte – um nur einige Beispiele zu nennen – zur Gründung eines Sparvereins und eines Gartenbauvereins. Die wenigen, vor allem im Archiv der ehemaligen Gemeinde Kollersdorf erhaltenen Aufzeichnungen erlauben jedoch keine genauere Betrachtung.
Wie man sieht, boten sich anno dazumal doch Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, die für Abwechslung im bescheidenen Alltag der Ortsbewohner sorgten.
Ich möchte mich herzlich bei allen bedanken, die mich mit wertvollen Informationen unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt zudem den Sponsoren, deren Beiträge die Veröffentlichung erst ermöglichten.
Hinein ins Vergnügen! Herbert Eder
Das Wirtshaus – ein Ort der Begegnung
Unsere Wirtshäuser boten zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Sie waren weit mehr als nur ein Ort der Gastlichkeit – sie waren das Herzstück des gesellschaftlichen Lebens. Hier feierte man Feste, traf sich mit Freunden, tauschte Neuigkeiten aus und nahm an vielfältigen Veranstaltungen teil. Jung und Alt sind zusammengekommen, um das Dorfleben aktiv mitzugestalten und ein entsprechendes Angebot zur Verfügung zu stellen.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Verteilung der Freizeit zwischen Männern und Frauen deutlich zugunsten der Männer ausfiel. Sie verfügten über wesentlich mehr freie Zeit, in der sie unterschiedlichen Vergnügungen nachgehen konnten. So traf man sich sonntags nach dem Gottesdienst häufig zum Frühschoppen; der Nachmittag stand für Aktivitäten wie Kegeln oder Kartenspielen zur Verfügung.
Kegelbahnen existierten in den Wirtshäusern Sachsendorf 16, Kollersdorf 5 und 55. Sie befanden sich in überdachten Holzschuppen im Hof, der
Boden war mit gehobelten Brettern ausgelegt. Das Aufstellen der Kegel übernahmen die „Kegelbuben“, die sich damit ein kleines Trinkgeld verdienten.
Waren die Frauen nicht am Feld oder im Weingarten beschäftigt, arbeiteten sie im Haushalt – und dort gab es stets genug zu tun.
Ein Besuch im Wirtshaus war, abgesehen von besonderen Anlässen wie Kirtagen, Konzerten oder Theateraufführungen, eher selten. Das dürfte auch dem Veranstalter der Filmvorführung im Gasthaus von Kaspar Pichler am Samstag, dem 15. Februar 1930, bewusst gewesen sein, wie aus der Einladung hervorgeht.
Ein besonderes Ereignis waren die Fernsehabende im Gasthaus Magerl. Wenn die Löwinger-Bühne über den Bildschirm flimmerte, nahm man Hitze, Gedränge und Rauch gern in Kauf – Hauptsache, man war dabei. Der Fernseher befand sich in einem über Stufen erreichbaren Nebenraum der Gaststube. Dieser war bis auf den letzten Platz gefüllt, stickig, die Luft zum Schneiden; ein Rauchverbot kannte man nicht. Im ganzen Ort gab es nur diesen einen Fernseher, und niemand wollte sich das Vergnügen entgehen lassen.
Vermutlich wurden im Gasthaus Magerl auch die Einzahlungen des Sachsendorfer Sparvereins „Einigkeit“ bis zu seiner Auflösung am 28. November 1961 durch die Sicherheitsdirektion für das Land Niederösterreich entgegengenommen.
Kirtag
Der Kirtag, auch „Kirito(g)“ genannt, war ursprünglich ein vor allem kirchliches Fest (Kirchweihfest) zu Ehren des Kirchenpatrons und das zentrale Ereignis im Jahreslauf. Bezirksschulinspektor Leopold Bergolth, 1928 für drei Monate Junglehrer an der Volksschule in Kollersdorf, hielt die Rituale in seinen Aufzeichnungen schriftlich fest. Sie sind heute im Niederösterreichischen Volksliedarchiv in St. Pölten aufbewahrt und
bieten einen wertvollen Einblick in das Kirtagsgeschehen in Kollersdorf.
Träger des Brauchtums waren die Ortsburschen und zwar jener Jahrgang, welcher zur militärischen Stellung (Musterung) heran stand. Sie nahmen die Musikkapelle auf und hoben bei den Kirtagsgästen (da sie die Musikanten für das nachmittägige Konzert bezahlen mussten) ein Eintrittsgeld ein. Ihr Wortführer war der Altbursche, den sie aus ihrer Mitte erwählten. Dieser war auch der Verwahrer des Robisch, auf welchem die Zeche der Kirtagsburschen vermerkt war.
Der Robisch stellt die geschichtlich älteste Buchhaltung dar; er war schon bei den alten Ägyptern in Verwendung und bestand aus zwei
deckungsgleichen Hölzern mit einem quadratischen oder rechteckigen Querschnitt. Eines dieser Hölzer bekam der Wirt, das andere behielt sich der Altbursch. Jedes Stäbchen trug am oberen Ende auf einer Fläche den Vermerk „Wein“, auf einer anderen den Vermerk „Bier“. Trug nun der Wirt z. B. 1 Liter Wein am Burschentisch auf, so übergab er dem Altburschen sein Stäbchen und dieser legte seine genau hinzufügend auf den Tisch und feilte mit einer kleinen Taschenfeile über beide Stäbchen eine Kerbe und reichte das dem Wirt gehörige ihm zurück. Das Stäbchen des Altburschen war mit bunten Bändern geschmückt. Am Sonntag nach dem Kirtag wurde dann unter Vorweisung beider Stäbchen abgerechnet.
Der Kirtag dauerte in der Regel zwei Tage (Sonntag und Montag).
Für den Kirtag hatte sich das ganz Dorf herausgeputzt und in den Bauernhäusern wurde für den reichen Besuch festlich aufgekocht. Es war nämlich der Brauch, dass der Bauer seine vom Hof gewichenen
Geschwister und deren Kinder zum Kirtag einlud und bewirtete.
Nachdem Kollersdorf keine Kirche hat, wurde abgewartet, bis die Kirchenbesucher von Altenwörth heimkamen. Dann wurde unter Anführung der Kirtagsburschen mit der Musik durch das Dorf gespielt, wobei die vor ihren Häusern stehenden Dorfbewohner lauthals von den Kirtagsburschen zum nachmittägigen Kirtagsbesuch eingeladen wurden.
Die Kirtagsburschen laden die Sachsendorfer Dorfbewohner ein, um 1950
Dem Bürgermeister und jenen Burschen, welche einen Musikanten als Mittagsgast aufnehmen sollten, wurde ein Ständchen gemacht, wonach der Hausvater laut einen bestimmten Musikanten zum Mittagessen einlud.
Um drei Uhr nachmittags begann im Kirtagswirtshaus das Blaskonzert, bei welchem ein Eintritt eingehoben wurde. Um etwa 5 Uhr begann der Tanz. Der Tanzboden befand sich im gedeckten Schuppen des Wirtes.
Schuppen des Gasthauses Kollersdorf 5 kurz vor dem Abbruch 1983
Zum ersten Tanz hatten sich die Kirtagsburschen Mädchen eingeladen mit denen sie nun – die Paare festlich mit Bändern geschmückt – jauchzend auf den Tanzboden zogen. Die Musik spielte den „Ersten“, welcher nur für die Kirtagsburschen bestimmt war. Der zweite Tanz gehörte nur für die Ortsangehörigen und erst der dritte war für alle Kirtagsbesucher frei. Auf die Einhaltung dieser Ordnung wurde streng geschaut, und
jeder, der sich nicht daran hielt, wurde vorerst freundlich ersucht, sich an die überlieferte Ordnung zu halten. Wollte er sich nicht fügen, wurde er als Stänkerer betrachtet und gewaltsam hinausgeschmissen, was öfter der Anstoß für eine Kirtagrauferei war.
Am Tanzboden verkaufte die Musik Tanzmascherl, womit das Recht zum Tanzen erworben wurde. Es galt als Pflicht, dass der Tänzer gegebenenfalls auch das Tanzmascherl der Tänzerin bezahlte.
Der Kirtagmontag, auch Nobelkirtag genannt, weil an ihm noblere Gäste wie Beamte und Geschäftsleute teilnahmen, unterschied sich vom
Kirtagsonntag nur darin, dass das Nachmittagskonzert „auf Streich“ gespielt wurde. Die Tanzmusik war an beiden Tagen „auf Streich“.
Die Streichbesetzung umfasste erste und zweite Geige sowie eine Bassgeige, wobei die Zusammensetzung häufig variierte. 1952 wurden vom Musikverein 34 Proben abgehalten, davon elf Streichproben.
Da diese Nobelgäste auch nobel speisten (Enten, Gänse, Hendl usw.) und vielfach Wert darauf legten, dass ihnen die Musikanten dazu eine Tafelmusik boten, ergab sich für diese eine besondere Einnahme. Sie zweigten für das Anspielen, wie sie die Tafelmusik nannten, eine kleine Bläsergruppe (2 Flügelhörner, 2 Klarinetten, 1 Bassflügelhorn, 1 Posaune) ab und zogen von Tisch zu Tisch. Die so ausgezeichneten Gäste hatten dabei das Recht, ihre Lieblingsstücke zu verlangen (Vortragsstücke, einen Jodler u. dgl.) und es galt für die Musikanten als Schande, wenn sie nicht imstande waren, derartige Wünsche zu erfüllen. Dieses Anspielen wurde „aus’m Gnack“, d.h. ohne Noten durchgeführt.
Die meisten der mit Fuhrwerken angefahrenen Gäste ließen sich heimspielen. Dabei folgten die Musikanten den heimkehrenden Gästen von ihrem Tisch bis zum Fuhrwerk, einen flotten Marsch spielend.
Wenn der Morgen graute, verliefen sich die Dorfleute, denn für die begann sofort der Arbeitstag.
Kirtagsstände durften selbstverständlich nicht fehlen. Wie umfangreich deren Angebot tatsächlich war, lässt sich heute nicht mehr genau nachvollziehen. Wahrscheinlich wurden Süßwaren und Spielzeug angeboten, vielleicht gab es sogar Schaukeln und eine Schießbude. Aus Standgeldzahlungen der Marktfahrer an die Gemeinde lässt sich ihre Anwesenheit in den Jahren 1933 und 1947 nachweisen.
Beste Grüsse vom Kirchweihfest aus Sachsendorf Ansichtskarte, Poststempel Fels am Wagram 15.6.31
Die Kirtagswirtshäuser
Kollersdorf 5 | Diewald Johann, Diewald Leopold und Anna, |
Kollersdorf 55 | Mayerböck Georg, Hartl Andreas |
Sachsendorf 8 | Bachmayer Michael und Katharina |
Sachsendorf 16 | Teufner Franz, Magerl Franz und Maria |
Sachsendorf 41 | Bachmayer Franz und Franziska |
Für folgende Kirtage (Kirchweihfeste) liegen Nachweise in Archivunterlagen und Zeitungsberichten vor:
Datum | Gasthaus | Anmerkungen |
1889, 18. u. 19. August | Teufner | |
1891, August | Mayerböck | |
1895, 18. August | Diewald | |
1903, 19. u. 20. Juli | Bachmayer M. | Oesterr. Land꞊Zeitung |
1904, 14. u. 15. August | Hartl | ־"־ |
1905, 4. u. 5. Juni | Bachmayer M. | ־"־ |
1907, 15. u. 16. Juni | Bachmayer M. | ־"־ |
1908, 14. u. 15. Juni | Bachmayer M. | ־"־ |
1909, 15. u. 16. August | Diewald | ־"־ |
1910, 12. u. 13. Juni | Bachmayer M. | ־"־ |
1922, 13. u. 14. August | Hartl | |
1923, August | Pichler | |
1926, 15. u. 16. August | Hartl | |
1927 | Pichler | |
1928, August | Hartl | |
1929 | Pichler | |
1931, 14. u. 15. Juni | Magerl | Musik: Gartner-Kapelle |
1932 | Veranstalter: Feuerwehr Musik: Zehetner-Kapelle | |
1933, Juni | Magerl | |
1947, Juni | ||
1949, 12. u. 13. Juni | Magerl | Musik: Ortskapelle |
1949, 14. u. 15. August | Hartl | Veranstalter: Feuerwehr Musik: Ortskapelle |
1950, 18. Juni | Magerl | Musik: Ortskapelle |
1950, um den 15. August | Hartl | |
1951, 10. u. 11. Juni | Magerl | |
1951, 19. August | Hartl | |
1952, 8. Juni | Magerl | |
1952, 17. August | Hartl | Veranstalter: Feuerwehr Musik: Ortskapelle |
1953, 14. Juni | Magerl | |
1954, 6. Juni | Magerl | |
1955, 12. Juni | Magerl | |
1958, 14. u. 15. Juni | Bachmayer F. | |
1958, 15. u. 16. August | Bachmayer F. | Kirtag für Kollersdorf |
Ortsmusik
Die Geschichte der Ortsmusik und des daraus hervorgegangenen Musikvereins ist hervorragend dokumentiert. Festschriften zu den Jubiläen anlässlich des 40-, 50- und 60-jährigen Bestehens gewähren Einblicke in ein bewegtes Vereinsleben mit all seinen Höhen und Tiefen. In diesem Beitrag wird – auf Grundlage neuer Erkenntnisse – ausschließlich auf die Zeit der Gründung eingegangen.
Dass bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Musikkapelle ins Leben gerufen wurde, verdient größte Anerkennung. Eine Leistung unserer Vorfahren, die ihresgleichen sucht! Man darf nicht vergessen, dass die Anschaffung und das Erlernen eines Musikinstruments in der ohnehin knappen Freizeit keine leichten Aufgaben waren.
Dank der Aufzeichnungen des Musikkameraden Franz Ploiner († 1988) wissen wir, dass sich im Jahr 1895 die Ortsmusik formierte – zeitgleich mit der Gründung der Feuerwehr. Dieser Umstand dürfte kein Zufall sein. Ein im Jahr 2022 aufgefundenes Foto, das um 1900 entstanden ist, ermöglicht einen genaueren Einblick in deren Anfänge.
Die Aufnahme wurde im Freihof des damaligen Bürgermeisters Anton Söllner gemacht. Obwohl die Namen der Gründungsmitglieder bekannt sind, konnten bisher nur zwei Personen eindeutig identifiziert werden: Alois Söllner (Tenorhorn) und Anton Söllner (Helikon). Auch die Frage, auf wessen Initiative die Gründung zurückgeht, scheint nun beantwortet: Das Mitwirken seiner Söhne und die hervorragend ausgestatteten Musikanten lassen den Schluss zu, dass Bürgermeister Anton Söllner diese ins Leben gerufen und maßgeblich gefördert hat.
Christlich-Deutscher Turnverein
Um 1900 entstanden aus der deutschen Turnbewegung die Christlich-Deutschen Turnvereine als Gegenbewegung zu liberalen und freidenkerischen Turnvereinen. Sie verbanden körperliche Ertüchtigung mit christlichen Werten und deutscher Kultur. Auch in Kollersdorf wurde ein solcher gegründet. Leopold Bergolth berichtet in seinen Erinnerungen, dass dies kurz vor seinem Eintreffen in Kollersdorf geschah, obwohl keinerlei Voraussetzungen für einen Turnbetrieb vorhanden waren. Weder die Gemeinde noch die Volksschule verfügten über einen Turnplatz, Turnraum oder Turngeräte. Doch das tat der Sache keinen Abbruch – die Dorfburschen wussten sich zu helfen: Der Wagenschuppen im Gasthaus von Kaspar Pichler wurde zum Turnraum, und Leopold Reinwein, der Sohn des Schmiedemeisters, baute in der Werkstatt seines Vaters ein Spannreck. Die Begeisterung für die Turnidee war beeindruckend. Um Geld für die Anschaffung weiterer Geräte zu sammeln, führten sie Theaterstücke auf – und meisterten dabei alle Aufgaben, vom Bühnenbild bis zu den Kostümen selbst. Auch eine Heldenehrung wurde von ihnen organisiert. Angeführt von der Musikkapelle zogen sie mit selbst gefertigten Fackeln durch das Dorf, und die gesamte Bevölkerung nahm an der Feierlichkeit teil.
Die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie führten zur Bildung einer österreichweiten Heimwehrbewegung mit dem Ziel, Eigentum und Ordnung zu sichern. In der Ausgabe des „Bauernbündlers“ vom 27. Juni 1931 wird über eine Bezirks-tagung in Kirchberg am Wagram berichtet; dabei wird festgehalten, dass der Christlich-Deutsche Turnverein Kollerdorf der Niederösterreichischen Heimwehr angehört. Der Verein dürfte sehr aktiv gewesen sein. Die
„St. Pöltner Zeitung“ vom 13. Juni 1935 informiert über die Konstituierung des Bezirksturnrates in Tulln und erwähnt dabei die Anwesenheit sämtlicher Turnvereine des Bezirks, nämlich St. Andrä-Wördern, Kirchberg am Wagram, Kollersdorf, Königstetten, Großriedenthal, Tulln, Wolfpassing und Zeiselmauer.
Nach dem Anschluss im Jahr 1938 verschwand die Bezeichnung „christlich-deutsch“, da sie mit der nationalsozialistischen Ideologie nicht vereinbar war, es wurde der Deutsche Turnerbund Kollersdorf-Sachsendorf gegründet. Ein entsprechender Vermerk findet sich im Geschäftsprotokoll der Gemeinde vom Juni 1938. Die behördliche Auflösung des Vereins wurde im März 1949 von der Bezirkshauptmannschaft Tulln bescheidmäßig ausgesprochen.
Musikklub
Peter PircherEinen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Dorfleben leistete die Lehrerschaft. Wäre die Schulchronik in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs nicht mutwillig vernichtet worden, wüssten wir heute wohl von zahlreichen weiteren Veranstaltungen. Von zweien wissen wir jedoch, da sie in zeitgenössischen Zeitungen Erwähnung fanden.
Theaterverein Sachsendorf
Im Jahr 1949 wurde in Sachsendorf ein Theaterverein gegründet. Das genaue Datum sowie der Ort der Gründungsversammlung sind im Protokoll nicht vermerkt. Vermutlich fand diese im Gasthaus Magerl, Sachsendorf 16, statt.
Die Theateraufführungen fanden im Gasthaus Franz Magerl in einer ehemaligen Wehrmachtsbaracke statt, die 1949 aufgestellt worden war. Das Holzgebäude maß 11 mal 17 Meter. Als Probenraum diente häufig die Schneiderwerkstatt des Obmannes, der zugleich für Spielleitung und Regie verantwortlich war.
Für jede Aufführung war eine Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft Tulln sowie eine Freigabe durch die russische Zensurbehörde in Wien erforderlich. Damit sollte gewährleistet werden, dass das Stück keine militärisch sensiblen Informationen, keine politischen Anspielungen und keine die Moral der Bevölkerung schwächenden Inhalte enthielt. Eine solche Programmprüfung ist in den erhaltenen Dokumenten zuletzt für die Aufführung im April 1952 belegt.
Bereits im Gründungsjahr konnten verschiedene Stücke aufgeführt werden. Offenbar kam es dabei zu Unstimmigkeiten, denn anders lässt sich der Beschluss des Ausschusses vom 22. Jänner 1950, die Vereinstätigkeit fortzuführen, kaum erklären. Dass die Aufführungen großen Zuspruch fanden, zeigt die Abrechnung der Vorstellung vom 24. September 1950: Es wurden 178 Eintrittskarten zu je S 2,50 sowie 93 Karten zu je S 2,- verkauft. Durch die schrittweise Erhöhung der Eintrittspreise konnte am 29. Juni 1952 sogar eine Spende in Höhe von S 1.577,22 an die Gemeinde Kollersdorf übergeben werden. An das Land Niederösterreich waren Abgaben aus den Eintrittsgeldern zu entrichten, deren Abwicklung über die Gemeinde erfolgte.
Bei der letzten Aufführung im April 1955 galten folgende Eintrittspreise: Kategorie 1: S 5,-, Kategorie 2: S 4,-, Kinder: S 3,-. Es wurden 96 Karten der Kategorie 1, 94 Karten der Kategorie 2 und 12 Kinderkarten verkauft.
27. November 1950, Bekanntgabe des Vereinsvorstandes an die Bezirkshauptmannschaft Tulln
Auch der Musikverein beteiligte sich an den Theateraufführungen. In den Pausen sorgte er für die Unterhaltung der Besucher. Bei den Silvestervorstellungen der Jahre 1949 und 1951 spielte die Kapelle bis fünf Uhr früh Tanzmusik für Jung und Alt.
Zwei erhalten gebliebene Lieferscheine von Kostümverleihern belegen, dass für die Ausstattung der Schauspieler weder Kosten noch Mühen gescheut wurden. Für die Silvestervorstellung im Jahr 1950 betrug die Leihgebühr beachtliche 855 Schilling.
Eine nicht geringe Herausforderung stellte der Umbau der Kulissen samt passender Ausstattung dar. Zu den Schauplätzen dieses Stückes gehörten: die Wirtsstube des Tharerwirts in Olang, das Innere einer im Winter unbewohnten Almhütte, ein Zimmer mit Tisch und Stühlen, an dessen Wand ein Bild Napoleons und eine französische Fahne hängen, sowie eine Kerkerzelle mit vergittertem Fenster.
Bevor die Kulissen umgebaut werden konnten, waren geschickte Hände gefragt, die ihre Herstellung übernahmen. Dafür verantwortlich war Walter Magerl, gelernter Tischler, wohnhaft in Sachsendorf 14.
Josef BureschDie Malerarbeiten übernahm Josef Buresch, geboren 1904 in Wien. Er war in den ersten Lebensjahren oft in Sachsendorf 8; seine Mutter Theresia war die Tochter des Gastwirtehepaares Michael und Katharina Bachmayer.
Als gelernter Maler und Anstreicher wandte sich Josef Buresch erst im Alter von 88 (!) Jahren der künstlerischen Malerei zu. Als ältester Schüler der Volkshochschule Wien-Alsergrund feierte er seinen 100. Geburtstag mit einer Ausstellung seiner Werke in einem Kaffeehaus in Hernals. Josef Buresch widmete sich vor allem Akt-, Blumen- und Landschaftsmotiven (→ S. 39). Er verstarb 2008 in Wien.
Bei sämtlichen Aufführungen war Margarete Gaubitzer, die Ehegattin des Obmannes, als Souffleuse im Einsatz.
In den wenigen erhaltenen Unterlagen finden sich keine Hinweise auf die Gründe, die letztlich zur Auflösung des Vereins führten. Aus mündlichen Überlieferungen ist jedoch bekannt, dass es wiederholt zu Streitigkeiten, vor allem wegen der Rollenverteilung, gekommen war. Belegt ist, dass in der Generalversammlung vom 2. Februar 1956 der Beschluss zur Auflösung des Vereins gefasst wurde.
Ein auf den 6. Jänner 1956 datiertes Verzeichnis nennt folgende dem Verein angehörenden Personen:
Josef Ploiner, Franz Hubner, Fritz Ploiner, Eduard Magerl, Franz
Magerl, Karl Ploiner, Margarete Gaubitzer, Ingeborg Gaubitzer, Marie Renner, Ludmilla Gaubitzer
Aus einem Schreiben der Bezirkshauptmannschaft Tulln vom 2. Juli 1956 geht hervor, dass die Sicherheitsdirektion für das Land Niederösterreich die Auflösung des Vereins mangels Nachweises der ordnungsgemäßen Einhaltung der Statutenbestimmungen nicht anerkannt hat. Warum die Vereinsauflösung erst mehrere Jahre später rechtswirksam wurde, bleibt unklar. Im Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Tulln vom 15. Februar 1962 ist vermerkt: Im Jahre 1961 wurde von der Sicherheitsdirektion für das Land Niederösterreich folgender Verein bescheidmäßig aufgelöst: „Theaterverein Sachsendorf“ mit dem Sitz in Sachsendorf, Gemeinde Kollersdorf (ab 7.12.1961).
Folgende Aufführungen sind bekannt:
Datum | Uhrzeit | Titel des Stückes | Autor |
25.12.1949 | Kärntnerliab | Paul Löwinger | |
26.12.1949 | Kärntnerliab | Paul Löwinger | |
31.12.1949 | Das kleine Bezirksgericht | Otto Bielen | |
24.09.1950 | |||
23.12.1950 | 19:00 | Der Kampf um die Heimat | Josef Leo |
26.12.1950 | 14:30 19:00 | Der Kampf um die Heimat | Josef Leo |
31.12.1950 | 19:00 | ||
06.01.1951 | Der Kampf um die Heimat | Josef Leo | |
26.03.1951 | Der Wildschütz | ||
20.05.1951 | Der Dornenkranz einer Mutter | ||
24.05.1951 | |||
30.09.1951 | 15:00 20:00 | ||
16.10.1951 | Der Weltuntergang | ||
23.12.1951 | |||
26.12.1951 | Die ewige Melodie | ||
31.12.1951 | Die beiden Landstreicher | ||
13.04.1952 | 19:30 | Mutterliebe hört nimmer auf | Hans Adalbert |
14.04.1952 | 14:30 19:30 | Mutterliebe hört nimmer auf | Hans Adalbert |
25.12.1953 | 19:30 | ||
26.12.1953 | 14:00 | ||
18.04.1954 | Die Schusterkomtess | ||
19.04.1954 | Die Schusterkomtess | ||
01.05.1954 | Die Schusterkomtess | ||
25.12.1954 | Der Judas aus Tirol | ||
26.12.1954 | Der Judas aus Tirol | ||
31.12.1954 | Der verhexte Kasten | ||
10.04.1955 | Schrecken am Grenzweghof | ||
11.04.1955 | Schrecken am Grenzweghof | ||
17.04.1955 | Schrecken am Grenzweghof |
Leere Felder kennzeichnen Vorstellungen, zu denen keine weiteren Daten vorliegen.
Milchhaus und Burschentreff
Milchkasino Sachsendorf, kurz vor dem Abriss im Februar 1997
Junglehrer Leopold Bergolth hat die Kollersdorfer als ungemein fleißiges Volk kennengelernt, das sich das ganz Jahr abmühte und daher jeden Abend „mit den Hühnern“ schlafen ging. Die jungen Leute waren freilich eher für einen langen Abend zu haben. Burschen und Mädchen gingen mit der Abendmilch zum Milchhaus, das so zu einem beliebten Jugendtreff wurde. Während es für die Mädchen unschicklich war, länger auf der Gasse zu sein und die Eltern in dieser Hinsicht auf strenge Zucht sahen, konnten die Burschen noch lange im Dorf flanieren.
Ihr beliebtester Treffpunkt war die Dorfschmiede Reinwein in Kollersdorf. Sie hatte eine gedeckte Hufbeschlagbrücke, war windgeschützt und bot durch das zur Reparatur herumstehende bäuerliche Ackergerät genug Sitzplätze. Hier wurden die Tagesereignisse besprochen und oft auch stundenlang gesungen, sodaß ich mich schon am nächsten Tag ihnen zugesellt habe. Meiner damaligen Aufforderung, ihre Lieder für mich aufzuschreiben, ist Leopold Magerl, Kollersdorf 26, in beispielgebender Weise nachgekommen, indem er gemeinsam mit seinem Bruder eine zweibändige Lieder-Texthandschrift verfaßt hat, welche ich nach dem 2. Weltkrieg mit Herrn Magerl auf Band aufzeichnen konnte.
Die Lieder-Texthandschrift des Leopold Magerl
Dass diese überlieferten Liedertexte von Leopold Magerl aufgeschrieben und dadurch der Nachwelt erhalten geblieben sind, ist ausschließlich dem Engagement von Leopold Bergolth aus Tulln zu verdanken. Zwischen 1975 und 1980 kehrte Bergolth erneut nach Kollersdorf zurück, um auch die Melodien dieser Lieder festzuhalten.
Doch wer war Leopold Magerl, der das Liedgut der Dorfburschen für kommende Generationen bewahrte? Geboren wurde er 1904 in Kollersdorf; sein Vater war, wie später auch er selbst, Landarbeiter und Straßenwärter. Im Elternhaus wurde viel gesungen, was die musikalische Entwicklung der Kinder entscheidend förderte. So verwundert es nicht, dass Leopold Magerl zu den eifrigsten Besuchern und Sängern beim täglichen Burschentreff gehörte. Zudem nahm er in Winkl bei Kapellmeister Leopold Zehetner, einem ehemaligen Militärmusiker des Infanterieregiments Nr. 84, Klarinettenunterricht.
Leopold Bergolth erinnert sich:
Herr Magerl begann seine Textniederschriften schon 1936, wenngleich die erste Bucheintragung (Band I, S. 78) erst vom 24. April 1937 stammt („geschrieben 12 Uhr nachts!“). Die Texteintragungen erfolgten ohne Vorlagen – wie sie sich ihm aus dem Gedächtnis anboten. Die Texteintragungen müssen sehr zügig vorangegangen sein, denn beim Eintragungsdatum 25. Mai 1937 (Band II) finden wir schon die fortschreitende Liednummer 223!
Als 1939 Leopold Magerl zur Deutschen Wehrmacht einberufen wurde, nahm er, wie er mir erzählte, seine zwei Lieder-Textbücher mit und trug sie an allen Fronten im Tornister. Er machte zuletzt den ganzen russischen Feldzug mit und kam so mit seiner Einheit in den Kaukasus, wo bei einer Kampfpause sein Kamerad Erwin Poltke (ein Sudetenländer) das Lied Nr. 234, Band II, mit folgender Anmerkung eintrug: „Aufgeschrieben vom Kriegskameraden Erwin Poltke aus Löwenberg in Schlesien. Geschrieben in Bataisk im Kaukasus, Rußland, am 29. November 1942“. Herr Magerl hatte Glück: er hat nicht nur den großen Rückzug aus dem Kaukasus und das Kriegsende heil überstanden, sondern ist auch der Kriegsgefangenschaft entgangen, sodaß er seine zwei Liedertextbücher unversehrt nach Hause bringen konnte. Sie waren ihm ein unveräußerlicher Schatz, den er mir in freundschaftlicher Verbundenheit zur Auswertung für die Volksliedforschung für das NÖ Volksliedwerk anvertraut hat.
Leopold Magerl, langjähriges und besonders verdienstvolles Mitglied der Ortsmusik, verstarb am 16. August 1992 in Kollersdorf 26. In seiner gewiss knapp bemessenen Freizeit widmete er sich nicht nur der Aufzeichnung von Liedtexten, sondern fertigte auch unzählige Notenabschriften für den Musikverein an. „Wir san zwoa lustige Brüda“, ein von Leopold Bergolth dokumentiertes „Sauflied“, wurde in das 1984 im Auftrag der
„Arbeitsgemeinschaft Singen und Musizieren in Niederösterreich“ herausgegebene Heft „Rund um den Wein – Volkslieder aus Niederösterreich“ aufgenommen. Weitere Lieder finden sich in dem 1992 erschienenen Buch „Lieder aus dem Tullnerfeld.“
Zirkus
Wanderzirkusse waren ein zentraler Bestandteil der populären Unterhaltungskultur. Die meisten reisten mit großen Wagenkolonnen von Ort zu Ort und boten ein vielfältiges Programm aus Tierdressuren, Akrobatik und Reitkunst – begleitet von den unverzicht-baren Clowns, die für humorvolle Zwischenspiele sorgten. Vor allem für die Kinder war ein Zirkusbesuch ein seltenes und beinahe magisches Erlebnis. Dass in Kollersdorf einmal ein Wanderzirkus Halt gemacht hat, belegt ein Foto aus den 1930er-Jahren.Wanderkino
Auch ein Wanderkino – ein mobiles Kino, das ebenfalls von Ort zu Ort reiste – machte hier Station. Wo genau es seine Vorführung abhielt, ist nicht bekannt; vermutlich jedoch in einem der Wirtshäuser. Das Wanderkino des Josef Fuchs aus Wien zeigte am Sonntag, dem 14. November 1954, den Film „Bis fünf nach zwölf“. Der 1953 entstandene Dokumentarfilm bietet einen historischen Rückblick von der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg bis zum Zusammenbruch des Dritten Reiches. Er enthielt zudem bis dahin unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Privatleben von Adolf Hitler und Eva Braun.
Schützenklub Kollersdorf
Das Wissen um die Existenz eines Schützenklubs beruht allein auf einem Hinweis im Kassabuch der Freiwilligen Feuerwehr. Für das Jahr 1922 ist dort eine Einnahme von 200 Kronen eingetragen, versehen mit dem Vermerk „Vom Schützenklub Kollersdorf“. Dies deutet darauf hin, dass der Betrag vermutlich eine Spende war. Ob das 1936 in Kollersdorf abgehaltene Tontaubenschießen mit dem Klub in Verbindung zu bringen ist, bleibt unklar. Der Aufnahme nachzuschließen, wurde der Wettbewerb offenbar auf der „Woad“ ausgetragen.
Fliegersportfest
Am Sonntag, dem 25. Juni 1944, fand in Kollersdorf ein Fliegersportfest statt, vermutlich – dem Foto nach zu urteilen – am heutigen Sportplatz. Es ist anzunehmen, dass ein Großteil der teilnehmenden Soldaten am nahegelegenen Flugplatz in Fels am Wagram stationiert war und im Rahmen ihrer Ausbildung an den Wettbewerben teilnahm. Trotz der Kriegszeit herrschte reger Andrang, denn viele Bewohner nutzten die Gelegenheit, das Geschehen aus nächster Nähe mitzuerleben und für kurze Zeit etwas Abwechslung vom oft mühevollen Alltag zu finden.
Gartenbauverein Kollersdorf
Gartenbauvereine spielten eine zentrale Rolle im Obst- und Gemüseanbau und erreichten ihre Blütezeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die Gründung des Gartenbauvereins Kollersdorf dürfte zu Beginn der NS-Zeit erfolgt sein, da Vereinsneugründungen damals ausdrücklich gefördert und empfohlen wurden. Hintergrund dieser Politik war die Steigerung der Nahrungsmittel-Selbstversorgung; die Freizeitgestaltung spielte dabei wohl nur eine untergeordnete Rolle.
Der Gartenbauverein Kollersdorf war dem „Landesverband donauländischer Gartenbauvereine“ angeschlossen. Anhand eines Vergleichsstempels des Gartenbauvereins Kirchberg am Wagram konnte der zuvor unleserliche Text in der zweiten Zeile entschlüsselt werden.
Einen weiteren Hinweis liefert ein Vermögensverzeichnis mit Stand Juli 1945. Es trägt das Datum vom 23. September und die Unterschrift von Johann Bachmayer (S. 24), vermutlich dem Obmann des Vereins. Im Verzeichnis wird ein Barvermögen von 138,50 Reichsmark ausgewiesen.
Beim Heurigen
Ein weiterer Ort der Begegnung, an dem die Ortsbewohner gerne zusammenkamen: der Heurige in Kollersdorf 62, geführt von Franz und Margaretha Eder aus Sachsendorf. Das Lokal war – den damaligen Verhältnissen entsprechend – schlicht mit Holztischen und Bänken ausgestattet, doch der Gemütlichkeit tat dies keinen Abbruch. Der Heurige stand täglich ab 14 Uhr für seine Gäste bereit und wurde zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt.
Tanzveranstaltungen und Konzerte
Eine wertvolle Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens stellten die Tanzveranstaltungen dar. Sie blickten auf eine lange Tradition zurück und erfreuten sich – ob klassischer Ball oder fröhlicher Dorfabend – großer Beliebtheit. Zugleich wurde dabei die lokale Kultur gepflegt: Die Zehetner-Kapelle aus Winkl, die Gartner-Kapelle aus Gigging oder die Ortskapelle sorgten für schwungvolle Live-Musik.
Für folgende Veranstaltungen liegen Nachweise in Archivunterlagen und Zeitungsberichten vor:
Datum | Gasthaus | Veranstaltung |
1891, 8. Februar | Diewald | Faschingsball |
1895, 24. Februar | Diewald | Faschingsball |
1902, 2. Februar | Feuerwehrball | |
1906, 25. Februar | Diewald | Konzert und Tanzkränzchen, |
1906, 8. September | Hartl | Orchestervorträge und Männerchöre, Musikklub |
1910, 23. Jänner | Walzer | Faschingsball |
1910, 6. Februar | Bachmayer M. | Gesellschaftsball |
Datum | Gasthaus | Veranstaltung |
1920 | Feuerwehrball | |
1921, 22. Mai | Gründungsfest, Feuerwehr | |
1922 | Feuerwehrball | |
1925, 25. Februar | Pichler | Feuerwehrball, Zehetner-Kapelle |
1926 | Feuerwehrball | |
1927, 20. Februar | Pichler | Feuerwehrball, Zehetner-Kapelle |
1929, 21. Februar | Pichler | Faschingsball |
1930, 2. März | Pichler | Feuerwehrball, Zehetner-Kapelle |
1931, 15. Februar | Pichler | Feuerwehrball, Zehetner-Kapelle |
1932, 7. Februar | Pichler | Feuerwehrball, Ortsmusik |
1933, 26. Februar | Pichler | Feuerwehrball, Ortsmusik |
1934, 11. Februar | Pichler | Feuerwehrball, Gartner-Kapelle |
1935, 3. März | Pichler | Feuerwehrball, Gartner-Kapelle |
1948, 30. Mai | Hartl | Feuerwehr, Gründungsfest |
1949, 23. Oktober | Magerl | Weinlesefest, Feuerwehr |
1950, 19. Februar | Magerl | Maskenball, Feuerwehr |
1950, 10. April | Magerl | Frühlingsfest der Österr. Jugendbewegung, Ortsgruppe Kollersdorf-Sachsendorf, Ortsmusik |
1950, 8. Oktober | Weinlesefest, Feuerwehr | |
1951, 28. Jänner | Magerl | Feuerwehrball, Ortsmusik |
1952, 27. Jänner | Magerl | Dirndlball |
1952, 17. Februar | Magerl | Maskenball, Feuerwehr |
1952, 5. Oktober | Magerl | Weinlesefest, Veranstaltung des Musikvereines |
1953, 15. Februar | Magerl | Maskenball, Feuerwehr |
1953, 15. November | Magerl | Leopoldifest |
1954, 21. Februar | Magerl | Feuerwehrball, Ortsmusik |
1955, 20. Februar | Magerl | Feuerwehrball |
1956, 29. Jänner | Magerl | Feuerwehrball |
1957, 3. März | Magerl | Feuerwehrball |
1958, 2. Februar | Magerl | Feuerwehrball |
1958, 2. August | Bachmayer F. | Gartenkränzchen |
1959, 8. Februar | Magerl | Feuerwehrball |
1959, 8. Februar | Bachmayer F. | Faschingstreffen |
1959, 2. und 3. Mai | Bachmayer F. | Fisch-Spießbraten |
1959, 16. und 17. Mai | Bachmayer F. | Pfingstfeier |
1959, 5. September | Bachmayer F. | Tanzkränzchen |
1959, 5. Dezember | Bachmayer F. | Krampusrummel |
1960, 21. Februar | Magerl | Feuerwehrball |
1960, 27. Februar | Bachmayer F. | Hausball |
Datum | Gasthaus | Veranstaltung |
1960, 30. Juli | Bachmayer F. | Kraftfahrerkränzchen |
1961, 12. Februar | Magerl | Feuerwehrball |
1961, 14. Februar | Bachmayer F. | Hausball |
1961, 8. Juli | Bachmayer F. | Sommernachtsfeier |
1962, 3. März | Magerl | Feuerwehrball |
1963, 23. Februar | Magerl | Feuerwehrball |
1963, 26. Februar | Bachmayer F. | Faschingsrummel |
1964, 1. Februar | Magerl | Feuerwehrball |
1964, 5. Dezember | Bachmayer F. | Krampusrummel |
1964, 26., 27. Dezember | Bachmayer F. | Jägerabend |
1965, 27. Februar | Magerl | Feuerwehrball |
1965, 13. März | Bachmayer F. | Hausball |
1965, 17. u. 18. April | Bachmayer F. | Tischgesellschaften zu Ostern |
1965, 4. Dezember | Bachmayer F. | Krampusrummel |

Dieser Text ist als Broschüre beim Autor erhältlich.



















