Arme Leute
Ehemalige Armenhäuser
Altenwörth
Das Armenhaus hatte die Hausnummer 16.
Engelmannsbrunn
1845 kaufte die Gemeinde Engelmannsbrunn von Franz und Theresia Kreisel das Haus Nr. 66, in dem in Folge die Armen der Gemeinde wohnen konnten.
Kirchberg
Das Armenspital der Zscherniz'schen Stiftung an der Kremser Straße
Das Damian’sche Stiftungshaus, heute Hauptplatz 23
Kollersdorf
Das Gemeindehaus (Nr. 50) befand sich am Beginn des Ortes aus Richtung Altenwörth kommend, dort, wo heute der Waschplatz ist.In früherer Zeit waren wohl mehrere Parteien dort untergebracht. Später wurde ein Teil von der Druschgenossenschaft zum Unterbringen der Dreschmaschine, Schrotmühle, elektrischer Getreideputzerei und anderer Geräte verwendet. In einem Zimmer daneben war noch Platz für eine Familie bzw. ein Ehepaar. Da im Armenhaus wenig Platz war, dürften arme Leute auch anderweitig untergebracht gewesen sein.
Das dort wohnende Ehepaar Fürst ging mit einem Leiterwagen betteln, unter anderem um Brennholz.
Neustift
Das Armenhaus in Neustift war das Haus Nr. 1.
Sachsendorf
Das Armenhaus war ein Stöckl neben dem Haus Nr. 1 (Markl).
Winkl
Das Haus Nr. 1 neben der Kirche '
Aus den Pfarrmatriken
Altenwörth
1829 stirbt im Armenhaus Altenwörth 29 der ledige Georg Rözl.
1832 stirbt in Altenwörth 29 Theresia Wimmer als Instituts-Arme.
In Altenwörth starb 1891 der Gemeindearme Michael Köberl. Er wohnte in Altenwörth ohne Nr., Hütte ausser dem Orte.
1894: Der ehemalige Schiffmüller Anton Bsteh stirbt im Altenwörther Armenhaus mit 77 Jahren.
Um 1898: Johann Weiß ist Gemeindearmer in Altenwörth.
1921: Amalia Herbst in Altenwörth 16 mit 85 Jahren.
1921: Danzer Karoline auf 41 mit 91 Jahren.
1922: Theresia Danzer starb im Haus Nr. 23 als Armenpfründlerin im Alter von 70 Jahren.
1926 starb Anna Auer als Armenpfründlerin mit 89 Jahren in Altenwörth Nr. 5.
Gigging
1829 stirbt im Armenhaus Gigging 11 die Armeninstitutspfründlerin Theresia Aignerin mit 72 Jahren.
1832 stirbt in Gigging 10 die Insitutsarme Theresia Fuchsin am Lungenbrand.
1919: In Gigging 25 Katharina Haider im Alter von 70 Jahren, zuständig in Wien.
1919: Piringer Franz in Gigging 1 als Armenpflegling im Alter von 78 Jahren.
1920: Seine Gattin Josefa Piringer starb als Armenpflegling im Haus Nr. 18.
1927 starb der Armenpfründner Johann Heiss im alter von 77 Jahren im Haus Nr. 29.
Patzal Josef ist 1933 im Haus Nr. 1 als Pfründner im Alter von 79 Jahren an Lungenentzündung verstorben.
Kirchberg
1771: Josef Rauscher, ex Hospitali stirbt in Kirchberg mit 69 Jahren.
Kollersdorf
1815 stirbt in Kollersdorf 50 der Arme Andre Pfeiffer mit 56 Jahren.
1828 ist im Gemeindearmenhaus in Kollersdorf 50 der Bauernknecht Michael Engelberger mit 71 Jahren verstorben.
1830 starb Josef Detter in Kollersdorf 50 als Instituts-Armer mit 64 Jahren.
1894: In Kollersdorf 50 stirbt der Ortsarme Leopold Leutner mit 76 Jahren an Bronchits.
1920 Theresia Hellmer, Nr. 50 mit 82 Jahren als Armenpfründlerin.
1923 starb Ludwig Hainzl im Alter von 62 Jahren in Kollersdorf 50 als Armenpfründler.
Rosalia Dorn, ist 1929 als Pfründnerin in Kollersdorf 4 im Alter von 91 Jahren verstorben.
Neustift
Der letzte Bewohner des Armenhauses war der ehemalige Viehhirt Josef Hahn.
Sachsendorf
1791: Magdalena Supper, die Witwe nach Leopold, geb. Ardendorfer von Oberseebarn
1822: Christina Reischlin, ledig, arm und blind, starb im Gemeindehaus Sachsendorf 1 mit 66 Jahren an Abzehrung.
1829: Georg Leitner und seine Gattin Anna Maria wohnen im Armenhaus.
1829 stirbt in Sachsendorf 16 der ledige Gemeindearme Franz Luther.
1831: Der Gemeindearme Jackob Müllauer stirbt in Sachsendorf 1 an der Hautwassersucht.
1888: Der ledige Schuhmacher Johann Kaltenhuber, wohnhaft im Gemeindehaus, Sachsendorf 1, stirbt mit 20 Jahren an einer Lungenblutung.
1890: Der Schumacher Franz Kaltenhuber stirbt mit 65 Jahren im Armenhaus Sachsendorf 1. Früher wohnte die Familie im Freihof in Kollersdorf 40.
1919: Katharina Kalchhauser stirbt in Sachsendorf 1 als Armenpflegling mit 77 Jahren.
Winkl
1772: Die Witwe und Bettlerin Anna Maria Zillhammer stirbt hier mit 46 Jahren.
1775: Die ledige Bettlerin Barbara Dirneder stirbt mit 66 Jahren.
1775: Die verwitwete Bettlerin Eva Rosina Sedlmayer stirbt mit 56 Jahren.
1778: stirbt die ledige Bettlerin Theresia Hausecker mit 73 Jahren.
1779 : stirbt der Inwohner Andreas Geyer mit 70 und die Bettlerin Judith Geyer mit 62 Jahren.
1782: Der Bettler (Mendici) Johann Fuchs und seine Frau Theresia geb. Glanz, lassen die Tochter Anna Maria taufen.
1783: stirbt Anna Maria die Frau des Bettlers Leopold Madler.
1790: stirbt Eva Maria Wittman, ein armes Weib vom Granitzhause hier mit 60 Jahren am Brand.
1792: Leopold Klautz, ein armer Mann, stirbt mit 86 Jahres des Alters wegen.
1794: stirbt Anna Maria Bidlin, eine arme Magd aus dem Granitzhaus mit 60 Jahren im hitzigen Fieber.
1797: Die 25-jährige Anna Maria Madler heiratet den 42-jährigen Inwohner Jakob Winkler von Winkl 11.
1813: Der Viehhirt Michael Frittum wohnt hier mit seiner Gattin Magdalena geb. Schwarzinger und Sohn Michael.
1874: In einem Versteigerungsedikt wird Anton Schabmayer als verwitweter Ortsarmer auf Winkl 1 genannt.
1877: stirbt Mathias Deimel, Inwohner.
1877: stirbt Anna Fuchs, verwitwete Pfründnerin
1897: Theresia Schwanzer stirbt im Alter von 77 Jahren als Pfründlerin im Haus Nr. 63,
ihr Gatte Leopold Schwanzer stirbt im selben Jahr als Witwer und Armenpflegling im Halterhaus Nr. 34 im Alter von 84 Jahren.
Nach 1900: wohnten hier unter anderem die Familie Schlagenhaufer und Mayer (ehemaliger Schuster), Johann Biebl und Theresia Trethahn.
Weitere Informationen zum Winkler Armenhaus siehe hier.
Einige Schicksale
10.1.1926: Als Nachfolger des ehemaligen Obmanns und Schriftführers des Armenrates für Winkl, Jakob Jungbauer, wurde der hiesige Schulleiter Ernst Pircher vorgeschlagen.
Ungeachtet der Bedenken des Gemeinderates die Sicherheit des Hauses betreffend, blieb Theresia Trethahn bis zu ihrem Tod am 24. Dezember 1970 im Haus. Da die Gemeinde für die Armen die Verantwortung trug und in Ermangelung anderer Personen wurde die Verstorbene von Ortsvortsteher Johann Engelmann und Viehhirten Johann Hartl für die Sarglegung angezogen. Herr Cerny musste nun das Haus verlassen. Nachdem dieses einige Zeit leer gestanden war, beschloss die Feuerwehr, die Bruchbude bei einer Übung niederzureißen. Mit Wasser sollte vorher ein vermeintlicher Brand gelöscht werden. Zuvor schaute man vorsichtshalber nach, ob wirklich niemand im Haus sei – und tatsächlich lag Herr Cerny drinnen und schlief!
Matthias Deimel, Winkl
(1802 – 1877)
Er war ein Sohn von Matthias Deimel (Viertellehner) und Rosalia Engelmann und wohnte mit fünf Geschwistern im Haus Winkl Nr. 15. Mit seiner ersten Gattin Franziska kaufte er 1830 das Haus Winkl 30, verwitwet, heiratete er Theresia Kellner aus Frauendorf und hatte mit ihr neben seiner Tochter aus erste Ehe noch acht Kinder. 1863 starb seine Frau. Etwa zeitgleich dürfte er auch finanzielle Probleme bekommen haben. In der Wiener Zeitung wird das Haus im Jahr 1863 und 1867 zur Versteigerung angeboten. 1868 wird es schließlich vom Ehepaar Hartl ersteigert. Die Tochter Katharina heiratet den Josef Belky (oder Pölky, aus Böhmen stammend), Besitzer des Hauses Nr. 37, wo auch ihr Bruder Matthias und Schwester Johanna zeitweise unterkommen und arbeiten. Matthias selbst dürfte ins Armenhaus gezogen sein, wo er 1877 starb.
Familie Fuchs, Winkl
1777 heiratet Johannes Fuchs aus Gigging Theresia Glanz, die Witwe des Inwohners Joseph Kellner von Winkl 14. 1778 wurde Sohn Joannes hier geboren. Die Tochter Anna Maria, die im Jahr 1782 zur Welt kam, wurde bereits im Armenhaus geboren, der Vater wird als Mendici (Bettler) beschrieben. Beim Tod der Tochter im Jahr 1785 wird er als armer Schubmann bezeichnet, der bereits verstorben ist. 1877 stirbt Anna Fuchs hier, die als verwitwete Pfründlerin bezeichnet wird. Ob sie die Gattin des Joannes (geb. 1778) war, konnte nicht herausgefunden werden. Jedenfalls haben im Armenhaus auch Ehepaare gewohnt und dort Kinder bekommen. Wenn man die Größe des Hauses gekannt hat und weiß, dass dort mehrere Parteien gewohnt haben, kann man sich das heute nur schwer vorstellen.
Johann und Amalia Knapp, Kollersdorf
Johann Knapp stammte als Inwohner vom Haus Nr. 53 ab, Amalia war am Freihof Nr. 40 als Tochter von Inwohnern geboren. Nach ihrer Heirat haben sie in verschiedenen Häusern als Inwohner gelebt, denn Tochter Amalia wurde im Haus Nr. 10 geboren, Franziska und Johann im Haus Nr. 40 und Leopold im Haus Nr. 13. Sie wohnten dann jahrelang im Armenhaus Nr. 50. Sie starben innerhalb von 3 Wochen, im Jahr 1956, wobei bei Johann Knapp als Sterbeort Sachsendorf 38, wahrscheinlich das Haus der Tochter, angegeben ist. Sie hatten sich versprochen, dass sie im Falle des Todes „den anderen holen würden“.
Die Mutter von Amalia starb 1913 ebenfalls im Armenhaus.
Theresia Ploy, Fleischhauersgattin aus Neustift
Ein Bild der Versorgung durch’s Armengesetz
Die Armenhauspfründnerin Theresia Deboy aus Neustift im Felde hat dieser Tage ein trauriges Ende genommen. Durch zehn Jahre suchte sie vom Haus zu Haus ihre Nahrung, für kleine geleistete Arbeiten erhielt sie von mancher Hausfrau einen kleine Lohn, das Holz erhielt sie von der Gemeinde und so hatte sie ein leidliches Auskommen – bis das Armengesetz kam und die Armuth dieser Armen steigerte, ja unerträglich machte. Nicht ein Jahr konnte sie die „Fürsorge“ dieses famosen Gesetztes aushalten! Von Haus zu Haus gehen durfte sie nicht mehr, und das Holz mußte sich die gebrechliche Person von Kirchberg holen. Anfangs ging’s mit dem Schiebkarren, den ihr gutmüthige Nachbarn liehen – die Kräfte der Armen aber schwanden immer mehr – und zuletzt haben wie sie gesehen, als sie von Kirchberg mit einem Scheit Holz auf dem Rücken heimwankte. Am 29. Dez. um 1 Uhr nachmittags wurde sie in ihrer Kammer gänzlich unbekleidet todt aufgefunden – sie ist erfroren. O Armengesetz!
(Kremser Zeitung vom 5.1.1896)
Dieser Fall wird am 12. 1. nochmals in der selben Zeitung gebracht:
Neustift im Felde. (Erfroren) Sonntag, den 29. Dezember 1895 wurde im hiesigen Armenhause die A. Ploy erfroren aufgefunden. Wegen des Ungeziefers gieng niemand gerne zu ihr und obwohl sie aus dem Bezirksarmenfonde ihr Geld erhielt, gieng sie doch täglich um Holz und Nahrung betteln. Manche brachten ihr selbst etwas. Man fand daher Holz und Suppe vorräthig. Da zur Obduktion Herr Bezirksarzt nicht erschien, so blieb die Erfrorene bis Sonntag den 5. d. M. unbeerdigt. Erst auf energisches Betreiben des Dr. Jarosch in Kirchberg, der nach dem Aufthauen der Leiche für nichts gut stand, durfte sie Sonntags beerdigt werden. Die Familie Ploy, Fleischhauersleute, war einst wohlhabend und angesehen. Auch der Mann der Erfrorenen, Leopold Ploy, ist im Armenhause gestorben.
Laut Sterbematriken ist die Frau Theresia Ploy im Armenhaus als verwitwete Pfründnerin mit 70 Jahren an Herzlähmung verstorben.
Weiteres zur Armenversorgung siehe hier.
Jänner 2021, letzte Änderung April 2024
Maria Knapp
Bäcker (lat. pistoris)
Zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz
Backofen in einer Bäckerei in Herkulaneum (I), der während des Ausbruches des Vesuv im Jahr 79 n. Chr. verschüttet wurde.
Foto: Maria Knapp
Bäcker
Altenwörth
Bierbaum
Um 1848: Ferdinand Schabenböck ist Bäckermeister in Bierbaum 49.
Um 1861 ist Anton Klee Inhaber des Bäckergewerbes in Bierbaum 14.
1889 stirbt der Bäckermeister Martin Mayer mit 60 Jahren an einer Entartung der Leber.
Seine Witwe Elisabeth geb.Ecker, gebürtig aus Baden, heiratet 1890 den Bäckergehilfen Johann Jellinek. Nach dem Tod seiner Gattin heiratet er im selben Jahr Anna Maria Schedl aus Ottenthal. Doch bereits im Juli verstirbt er selbst mit 59 Jahren.
Ende November 1907 heiratet Leopold Müller, Bäckergehilfe aus Stein an der Donau, 34 Jahre, Anna Maria Jellinek,
1922 stirbt der Bäckermeister Leopold Müller. Seine Witwe Maria Anna geb. Schedl, 60 Jahre, heiratet 1926 den Bäckergehilfen Franz Schneider, 32 Jahre, aus Bierbaum.
Engelmannsbrunn
1655: Sara Hofmanin, Bekhin
1749: Der Beck Johannes Ritter bezeugt im Mirakelbuch der Kapelle Maria-Trost eine spontane Heilung.
1774: Michael Lang, Bäcker
1789: Rosalia, Gattin des Bäckermeisters Bernhard Pachbauer (Paxbauer) stirbt mit 68 Jahren in Engelmannsbrunn 2.
1799: Bäckermeister Popp
1828: Bernard Poppauer in Engelmannsbrunn 2
Gigging
Um 1899/1903: Ferdinand Laiminger ist Bäckermeister in Gigging 13.
1910: Ludwig Brandl meldet das Bäckergewerbe in Gigging ab.
Kirchberg
1642 stirbt der Bäckermeister und Marktrichter Leonhart Frey. Seine Witwe Rosina heiratet den aus Neukirchen an der Ybbs stammendenBäckermeister Sebastian Klingenmayer.
Sebastian Klinglmayr stiftet 1665 ein gesungenes Requiem: Sebastian Klinglmayr bürgerl. Bäck zu Kirchberg am Wagram ao 1665 auf ein jährliches gesungenes Requiem für sich legirt 4 Joch Acker in Neustifter Freyheit zum Grundbuch der Herrschaft Winkelberg Fol. 1488 mit jährlichen 16 d dienstbahr, und 2 Joch Acker in Unterstockstaller Freyheit zum Grunduch des Stiftes St. Andre an der Trasen Fol. 209 v. mit jährlichen 8 d dienstbahr.
1657 stirbt die Bäckerin Rosina Klingenmayrin.
Um 1680 war Sebastian Klingenmayer auch Marktrichter
Bäcker Thomas Parzer stiftet 1706 vier Messen im Jahr: Hr. Tomas Parzer bürgerl. Bäck zu Kirchberg am Wagram ao 1706 auf jährliche 4 Quartembermessen für sich 2/4tl Weingärten in Thürnthall Felser Freyheit zum Grundbuch der Herrschaft Felß Fol. 217 mit 6 d dienstbahr.
Um 1728: Johann Michael Gerersdorfer und Gattin Franziska, Bäckerin im Haus Nr. 23. Später heiratet er Eleonora.
Die Hinterlassenschaft der Eleonora Gerersdorferin, Bäckerin in Kirchberg, betrug laut Inventur im Jahr 1757:
| Wohnhaus | 450 fl |
| Kleine Mühle im Garten | 50 fl 50 fl |
| Bargeld | 345 fl 44 xr 2 d |
| Grundstücke | 2692 fl 36 xr |
| 50 Joch Holz | 2000 fl |
| Wein, 287 Eimer | 627 fl 18 xr |
| Vieh | 118 fl 30 xr |
| Hausrat | 655 fl 19 xr |
| Aktiva | 7351 fl 26 xr |
| 14389 fl 53 xr 2 d | |
| Ab Passiva | 709 fl 15 xr |
| 13680 fl 38 xr 2 d |
Grundstücke: 30 Joch Acker, 2 Obstgärten, 10 Viertl Weingarten, 3 Tagwerk Wiese
Vieh: 2 Pferde, 5 Kühe, 2 Kälber, 1 Frischling, 4 Spanferkel, 1 Schwein, Geflügel
Um 1789: Joseph Heid ist Bäckermeister in Kirchberg 37.
1757: Johann Michael Brandmayer und Katharina im Haus Nr. 23.
Um 1773/1786; Michael Prandmayer ist in den Pfarrmatriken erwähnt.
1781: Franz Brantmayer und Thekla übernehmen den Betrieb. Thekla stirbt 1814 mit 52 Jahren.
1815: Der bürgerliche Bäckermeister Franz Brandmayer stirbt mit 68 Jahren an Verhärtungen. Sohn Johann Michael Brandmayer übernimmt den Betrieb.
1817: Das Haus Nr. 7 mit einem Joch Hausüberlandackerr, einem mit schönen, guten Obstbäumen versehenen Hausgarten, zwei Wohnungen mit je 3 Zimmern und einem Keller wird im Wege der Meistbietung verkauft. Die im Keller befindlichen 300 Eimer Wein wurden gesondert versteigert.
(Wiener Zeitung vom 14.3.1817, veröffentlicht in ANNO)
1862: Julia Brandmayr, geb. Kaufmann, Witwe nach dem Bäckermeister und Wirtschaftsbesitzer Johann Michael Brandmayr, stirbt mit 66 Jahren in Kirchberg 23.
Parte aus dem Fremdenblatt vom 15.1.1872, veröffentlicht in ANNO.1872: Der Bäckermeister Johann Michael Brandmayer stirbt laut Pfarrmatriken mit 49 Jahren in Kirchberg 23 am Schlagfluss. In der Gemeinde-Zeitung: unabhängiges politisches Journal vom 30.1.1872 ist zu lesen, dass der vermögende und geachtete Bäckermeister freiwillig aus dem Leben geschieden ist.
Gattin Anna sucht in Zeitungen einen Pächter für den Betrieb: Ein großes, 80 Jahre unter einem Namen in bestem Betrieb stehendes Bäcker-Geschäft in Kirchberg am Wagram ist wegen Todesfall sogleich zu verpachten. Es wird mit dem Bezirksgericht und der Wallfahrt sowie mit den 10 eingepfarrten Gemeinden geworben, aber auch schon mit der Bahnhofsstation.
(U.a. in: Die Presse vom 19.1.1872 und Neue Freie Presse vom 31.1.1872)
1876 nimmt der Bäckermeister Johann Müllner laut Kremser Wochenblatt zwei Lehrlinge auf. Er dürfte also den Betrieb übernommen haben. Um 1881 ist er nochmals erwähnt, aber in Kirchberg 27.
1889: Abmeldung Anna Brandmaier
1896: Anmeldung Johann Michael Brandmayer, er stirbt 1937 mit 72 Jahren in Kirchberg 30.
Um 1903: Therese Müller
1914 übernimmt Rudolf Aubrunner aus Senftenberg die Bäckerei und den angeschlossenen Viktualienhandel. Bereits ein Jahr später verschied dieser an Lungentuberkulose. Erst kurz vorher hat er geheiratet (Ludmilla Müller). In der kurzen Zeit seiner Tätigkeit hat er sich allseitige Beliebtheit erworben.
Um 1923: Egidius Cihal ist Bäckergehilfe in Kirchberg.
Um 1927: Richard Schuh war Bäckermeister in Kirchberg 30, Gattin Katharina Kuntner aus Feuersbrunn.(Bei seiner Heirat im Jahr 1925 war er Bäcker in Krems.) Er stirbt 1957, Ummeldung auf Witwenbetrieb durch Katharina Schuh, Geschäftsführer Franz Hebenstreit. 1960 meldig die Witwe das Gewerbe ab.
Die Tochter Elfriede Katharina, geb. 1927, hat 1951 den Bäckermeister Karl Blauensteiner (verst. 2008) geheiratet.
Dieser übernimmt vorerst ab 1957 den beschränkten Gemischtwarenhandel, 1958 den Handel mit Kanditen, Zucker- und Bäckerwaren und 1b 1960 das Bäckergewerbe. Heute führt Sohn Karl Blauensteiner die Bäckerei (Marktplatz 29)
Königsbrunn
Um 1903: Michael Dobler
Kollersdorf
1891: Friedrich Bauer meldet das Bäckergewerbe in Kollersdorf an.
1953: Johann Prax meldet das Bäckergewerbe in Kollersdorf 13 an, aber bereits 1954 wieder ab.
Neustift
1771: Franz Philip ist Bäckermeister. Seine Gattin stirbt 1786 mit 48 Jahren in Neustift 17, er selbst stirbt 1794 mit 80 Jahren.
1828/38: Franz Ecker ist Bäckermeister in Neustift 17, Gattin Anna Maria geb. Lipp.
Oberstockstall
1785: Der Bäckermeister Karl Floderer stirbt mit 55 Jahren in Oberstockstall 49.
1789 heiratet Sohn Karl Floderer, Bäckermeister in Oberstockstall 49.
Danach wird vom Sohn Ludwig Ehn, (Bäckerei ab 1964 - ?) hier ein Gasthaus eröffnet.
Winkl
1908: Josef Lorenz meldet das Bäckergewerbe in Winkl 51, das am Ortsende von Neustift liegt, an, bereits 1910 wieder ab.
1911: Hermann Thilo meldet das Bäckergewerbe in Winkl 51 an. Im selben Jahr will er die Bäckerei wieder verkaufen:
Bäckerei samt Haus, allein im Orte, 60 K. Tageslohn, mit kleiner Anzahlung zu verkaufen. Hermann Thilo, Bäckermeister in Neustift im Felde
(Neues Wiener Tagblatt vom 26.2.1911
1948: Franz Schneider, Bierbaum 57, meldet den Filialbetrieb in Winkl 51 ab.
1967: Franz Lehner meldet das Bäckergewerbe in Winkl 51 ab.
Zu Bäckermeister Franz Eckensamer, Altenwörth:
Quellen:
Pfarrmatriken Altenwörth und Kirchberg am Wagram
Amtskalender für Niederösterreich
Grundbücher, NÖ Landesregierung, Bad Pirawarth
Einträge in den Amtsblättern von 1886 bis 1967, erfasst von Herbert Eder, Kollersdorf
Dr. Franz Eiselt: Beiträge zur Geschichte des Marktes Kirchberg am Wagram unter besonderer Berücksichtigung des Zeitraumes 1650 – 1806, Wien 1973, Dissertation
Jänner 2015, Letzte Änderung April 2024
Maria Knapp
Berufe und Stände
Abdecker (lat. excoriator, dectrator pellium pecoris morticini)
Adjunkt
Aktuar
Arbeshandlerin
Arme Leute (lat. coloni)
Auskultant
Ausnehmer
Außifahrer
Bäcker (lat. pistor, panifex, furnarius)
Bader (lat. balneator, physicus, minutor)
Bandlkramer
Baptizans (lat.)
Bartscherer (lat. barbitonsor, tonsor)
Bauer (lat. rusticus, acgricola, colonus)
Begine
Benefiziat (lat.)
Berghold
Bergmeister
Beschließerin
Besenbinder (lat. scoparius)
Bestandwirt
Bettler (lat. mendicus)
Binder (lat. dolearius, doleator, vietor, vinctor)
Binkljud
Blankschmied
Boniteur
Bortenmacher (lat. segmentarius)
Bornknecht
Bosniak
Bote (lat. tabellarius)
Bürstenbinder (lat. scopularum artifex, setarius)
Canonicus
Caupo (lat.)
Cellerar
Chyrurg
Curpriester
Dirn
Diurnist
Doktor der Medizin (lat. medicus)
Dorfrichter (lat. judex)
Drahtzieher
Drescher (lat. tritor)
Drechsler (lat. gyrator, orbicularus, tornarius, tornator)
Eiersammler
Eisenhändler, Eisler (lat. ferramentarius; ferri propola)
Eisverkäufer
Essigmann
(Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
Essigsieder (lat. aceti cotor)
Fabriks-Kinder
Fadlschneider
Fährmann
Färber (lat. colorator, infector, intinctor)
Fasanwärter, Fasangärtner (lat. phasianarius)
Fasszieher
Fechter (lat. mendicus)
Feilenhauer
Feldscher
Ferge
Ferkelschneider
Fischer, Fischermeister, Fischerknecht (lat. piscator)
(Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998)
Flechtenmacher (lat. corbarius, vietor)
Fleischhauer, Fleischhacker (lat. carnarius, carnifex, laniator, lanio, macellarius)
Flezer
Flickschneider (lat. sarcinator)
Flickschuster
Förster (lat. silvarius, silvator, venator)
Flößer (lat. ratiarius)
Fragner
Freimann
Freisasse
Fremder, Fremdgeschriebener
Gastwirt (lat. caupo, hospes; Wirtin - cauponissa)
Gaukler (lat. iocator, ioculator)
Gemeindediener
Gerber (lat. cerdo, coriarius)
Geschworner (lat. iuratus)
Gesellpriester, Gsöllpriester
Gewölbediener
Gitterstricker (lat. cribrarius)
Glaser (lat. fenestrarius, vitriarius, vitriator, zonarius)
Goldarbeiter
Gottschewara
(Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
Greißler, Krämer (lat. institor)
Grobschmied (lat. faber grossarius)
Gschmeidler
Gubernialrat
Gürtler (lat. cingularius, cingulator, fibularius, fibulator)
Weiteres siehe hier
Hadernsammler
Hafner
Haftelmacher (lat. ligularius)
Halblehner
Halter (lat. bubulcus)
Handleh
( Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
Händler (lat. mercator, emptor)
Hansgraf
Handschuhmacher (lat. chirothecarius, digitalarius, digitalium opifex)
Hauer (lat. vinitor, rastrator)
Hausierer (lat. mercium distractor)
Häusler (lat. aedicularius, casellarius)
Hebamme (lat. obstetrix, adjutrix)
Heckenreiter
Heiducken
In Österreich und Ungarn stand die Bezeichnung „Heiduck“ im 16. und tlw. 17. Jh. für besoldete Infanteristen im Grenzschutz, später auch für Wachen in Städten und in den Diensten Adeliger.
Henker (lat. carnifix)
Herbergsvater
Hiata (Hüter)
Hilfspriester
Hirt (lat. pastor, armentarius)
Höriger, Leibeigener
Hufschmied
Hufschneider
Hundefänger (lat. canicida)
Hutmacher (lat. pilearius, pileator, piles, pilio)
Inmann, Inleute, Inwohner (lat. accola)
Justitiar
Kaminkehrer (lat. fumarius)
Kammmacher (lat. pectinarius)
Kanonist
Kantor (lat.)
Kaplan (lat. capellanus, sacellanus)
Käsehändler
Käsestecher (lat. casearius)
Kastellan
Kastner (lat. granarius)
Katzelmacher
Kellerer (lat. cellarius)
Kerzenzieher (lat. cerarius, lychnopoeus)
Kesselflicker (lat. interpolator ahenorum)
Kesselschmied (lat. faber ahenarius)
Keuschler
Klampferer
Klauenschneider
Knecht
Knopfmacher (lat. globularius, nodularius)
Kochlöffelkrowod
Köhler (lat. carbonarius)
Kooperator
Korbflechter, Korbmacher (lat. corbarius, vietor, cophinopoeus)
Krauteinschneider
(Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
Kurschmied
Kürschner (lat. pellifex, pellio)
Meist kauften Kürschner Felle direkt von Jägern und Bauern, um die verarbeiteten Pelze direkt an die Endverbraucher zu veräußern. Konflikte gab es mit Weißgerbern, Täschnern, Handschuhmachern, da oft nur eine begrenzte Menge Felle und Häute zum Verarbeiten vorhanden waren.
Kupferschmied (lat. faber aerarius, faber cuprarius)
Ländhüter
Landstreicher
Lebzelter (lat. lebetharius, dulciarius, pastillarius)
Legist
Lehner – (Halb-, Viertel- und Achtellehner)
Leibeigener, Höriger
Leibtrabant
Leichenbeschauer
Leitgeb, Leutgeb
Leutpriester
Lohgerber
Lotse
Ludirektor, Ludimagister
Lumpensammler
Mahder
Markgraf
Marktfierant, Marktfahrer, Standler
Marstaller
Maurer (lat. murarius, caementarius)
Messerschmied (lat. cultrarius, gladiarius)
Miassucher
Milchmeier
Mitnachbar
Müller (lat. molitor, molinarius, pistrinarius)
Mundschenk
Nachbar (lat. vicinus)
Nachwächter (lat. vigil)
Nachrichter
Nadler (lat. acicularius, acuarius)
Nagelschmied, Nagler (lat. faber clavarius)
Nauferge, Nauführer
Oarer
Ortswachen
Neomyst
Patrizier
Perlmuttdrechsler
Petschierstecher, Petschierer
Pfadner
Pfannenflicker (lat. refector aerarius, veteramentarius)
Pfister
Pfleger
Pfründner (lat. praebendarius)
Pflugschmied (lat. aratrorum faber)
Plachenknechte
Posamentierer (lat. segmentarius)
Postreiter, Postknecht (lat. nuntius cursorius)
Prädikant
Profos
Protonotar
Rastelbinder
Regenschori (lat.)
Reisiger, Reisige, reisiger Knecht
Reitermacher
Rentmeister
Revisionsschlosser
Richter (lat. iudex)
Riemer (lat. frenarius, lorarius, scothotomus, scytotonius)
Rotgerber (lat. coriarius ruber)
Salamiverkäufer
Salzbeamter, Salzmeister (lat. praefectus salis)
Salzversilberer (lat. salarius, salis propola)
Sarwürker
Sattler (lat. ephippiarius, lorarius)
Sauschneider
Schäfer, Schafhirt (lat. pastor, opilio, bergarius, ovillarius, ovilio, ovilius)
Schaffer (lat. oeconomicus, oeconomus)
Scharfrichter (lat. carnifex)
Schausteller
Scherenschleifer (lat. acutiator)
Schiffmüller (lat. molitor navalis)
Schiffzieher (lat. helciarius)
Schinder
Schlachter
Schlosser (lat. faber serrarius, claustrarius)
Schmied (lat. faber ferrarius)
Schneider (lat. sartor)
Scholar
Schopper
Schübling
Schuhmacher (lat. calcearius, calciator, sutor, cerdo)
Schultheis
Schwärzer
Schweizerin
Seifensieder (lat. olearius, smigarius, smigmator, saponarius, saponis confector)
Seiler (lat. cordularius, restiarius, restio; funarius, funicularius)
Sensenschmied
Siebmacher, Sieberer (lat. cribrarius)
Sollizitator
Spielleute
Standler
Stellmacher (lat. currifex)
Störschneider
Strapazierknecht
Straßenkehrer, Straßeneinräumer
Strohschneider (lat. paleator)
Strumpfrepassiererin
Strumpfwirker (lat. tibialium reticulator)
Tabakaufseher
Tabakverleger
Tabaküberreiter
Taglöhner, Tagwerker (lat. mercenarius, operarius)
Tändler
Taschner
Tauchmeister
Tischler (lat. arcularius)
Töpfer (lat. figulus)
Totengräber (lat. sepultor mortuorum)
Trabant
Treidler
Truchsess
Tuchwirker, Tuchmacher (lat. pannucida, pannufax, levidensae textor)
Überreiter
Uhrmacher (lat. automatarius, horolgiarius)
Urfahrer, Überfahrer
Vagabund
Vasall
Vizedom
Viehhirt (lat. bubulcus)
Vieh- und Fleischbeschauer
Viertellehner
Vogelfänger (Vogelsteller, Vogler)
Viktualienhändler
Vogt (lat. advocatus)
Votivant
Wachszieher (lat. cerarius)
Wagner (lat. currifex, aurifex, plaustrarius, rhedarius)
Wanderbursche
Wäscherin (lat. lotrix)
Wasenmeister
Weber (lat. textor, pannifex, linteo)
Wehmutter
Weinhauer
Weingartenhüter
Weinklopfer
Weißgerber (lat.alutarius, coriarius in albis)
Weltpriester
Wollschläger
Ziegelschläger, Ziegelbrenner (lat. tegularius, coctor laterum, laterarius, latericius)
Zigeuner (lat. aegyptus)
Zillenschopper
Zimenter
Zimmermann (lat. carpentarius, faber lignarius)
Berufe von früher
Bettler und Landstreicher
Handbuch für Ortsrichter
Naturalverpflegsstationen
Zeitungsartikel
Durch eine Verordnung des Landeshauptmanns für Niederösterreich von 10. Juli 1924 wird auf Ansuchen der betreffenden Gemeindevertretungen der Hausierhandel für alle Waren auf unbestimmte Zeit im Gemeindebereiche der Gemeinden … und Kirchberg am Wagram verboten.
(Wienerwald-Bote vom 19.7.1924)
Erlass des N.Ö. Landessausschusses, 1899
Es wird daher neuerdings nachdrücklichst daran erinnert, daß Betteln nach § 2 des Gesetzes vom 24. Mai 1885, Nr. 89 R.G.Bl. mit strengem Arrest von 8 Tagen bis zu 3 Monaten, eventuell mit Anhaltung in einer Zwangsarbeitsanstalt bestraft wird, daß arbeitssuchende Reisende in den Naturalverpflegsstationen Verpflegung und Unterkunft finden, daß für mittellose Reisende daher in ausreichendem Maße gesorgt und niemand aus Noth zu betteln gezwungen ist.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Auslagen der Naturalverpflegsstationen durch die Concurrenzbezirke getragen werden, zu denen daher jedermann beizutragen hat, und daß daher die an Bettler verabreichten Gaben eine doppelte Belastung für den Geber bedeuten.
Auch das noch immer übliche Verabreichen von Geschenken seitens der Genossenschaften und Gewerbetreibenden an um Arbeit vorsprechende Reisende ist als schädlich zu unterlassen, weil ein Widerspruch darin liegt, wenn die Gewerbetreibenden stets darüber Klage führen, daß sie keine Arbeitskräfte bekommen, die Arbeitslosen aber durch Geschenke unterstützen.
Die Gemeinden werden daher aufgefordert, die Ortspolizei kräftiger wie bisher zu handhaben, die durchziehenden Reisenden strenger zu überwachen, jeden Bettler aufzugreifen und dem k. k. Bezirksgerichte zu überstellen.
Ferner ergeht die Aufforderung an jedermann, sich der Verabreichung von Almosen oder Geschenken an Reisende zu enthalten, Bettler der k. k. Gendarmerie oder der Ortspolizei anzuzeigen und zu ihrer Unschädlichmachung mitzuwirken, sowie vorkommende Nachlässigkeiten der Ortspolizei hierher zur Anzeige zu bringen, damit gegen die Schuldtragenden eingeschritten werden kann.
Diese Kundmachung ist allen Bewohnern der Gemeinde zur Kenntnis zu bringen und in jedem Hause zu affigieren.
Wien, im Dezember 1899.
Der n.-ö. Landes-Ausschuß.
Pfarrmatriken
Als seine Lebensgefährtin Theresia Trethahn starb, musste auch er aus dem Armenhaus ausziehen, da dieses überaus baufällig war. Später machte die Feuerwehr beim schon abbruchreifen Haus eine Übung - mit Wasser sollte ein vermeintlicher Brand gelöscht und das Haus dann abgetragen werden. Zuvor schaute man vorsichtshalber nach, ob niemand im Haus sei - und wirklich lag Josef Cerny drinnen und schlief.
Um 1881 ist Anton Schindelbeck Hausierer und Inwohner in Kollersdorf 54, Gattin Katharina Skaredin.
1887: Der Hausierer Johann Malina, gebürtig aus Kogsdorf in Mähren, heiratet Juliana Müller aus Nappersdorf. Sie wohnen in Utzenlaa 20.
September 2020, letzte Änderung April 2024
Maria Knapp
Binder (lat. dolearius, doleator)
Zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz
Bindersiegel im MuseumKrems
Foto: Maria Knapp
Die Technik der Holzfassherstellung war den Römern schon im 1. Jhdt. v. Chr. bekannt. Sie verschickten Wein in Fässern. An der Herstellung der Fässer hat sich über die Jahrhunderte wenig geändert.
Waren andere Gewerbebetriebe nur im Markt Kirchberg ansässig, fand man Binder auch in den kleineren Orten, da der Bedarf an Fässern in unserer Weinbaugegend beträchtlich war.
Die Entstehung eines Fasses
Der Beruf des Binders ist durch die Verwendung von Kunststofffässern und Nirosta-Tanks weitgehend aus der Mode gekommen. Auch Holzfässer werden heute meist zeitsparender maschinell hergestellt.
Werkzeuge des Binders: Reifzieher, Krump- und Gradeisen
Binderwerkstatt im ehemaligen Heimatmuseum Seebarn
Fotos: Maria Knapp
Binder
Altenwörth
1797: Der Fassbinder und Inwohner Anton Hofinger stirbt mit 31 Jahren in Altenwörth 12.
1909: Anmeldung Bindergewerbe Karl Hummer (geb. in Sachsendorf), 1930 Standortverlegung nach Altenwörth 50, verstorben 1944 in Altenwörth 52.
1944: Der in Sachsendorf 39 geborene Bindermeister Karl Hummer ist in Altenwörth 52 verstorben.
Bierbaum am Kleebühel
Johann Mayr ist Bindermeiser und Hausbesitzer in Bierbaum 54 bzw. 50. 1835 heiratet er Theresia Beer. Er ist noch 1860 und 1884 genannt.
Dörfl
Um 1903: Josef Kreuzspiegel, Dörfl 16
Engelmannsbrunn
Um 1753: Joseph Poiger
1875 heiratet Franz Kellner, Bindermeister und Gastwirt von Engelmannsbrunn Nr. 1. Abmeldung der Binderei 1886.
Um 1788/1795 ist Joseph Frasch als Bindermeister Haus Nr. 61 erwähnt.
1870 stirbt Josef Kreuzspiegel, Sohn des Bindermeisters, in Engelmannsbrunn Nr. 22. Die Familie stammt aus Hausmannstätten in der Steiermark. Sie zog wieder dahin, um sich schließlich um sich 1890 in Ottenthal niederzulassen und dort das Binderhandwerk auszuüben.
1875: Josef Ecker ist Bindermeister in Engelmannsbrunn 3.
1888: Anmeldung Fassbindergewerbe Alois Mittelbach
1910: Anmeldung Alois Mittelbuch jun., Abmeldung 1912
1950: Abmeldung Alois Mittelbach, Anmeldung Josef Mittelbach, Engelmannsbrunn 88
Frauendorf
Um 1790 wohnte der Bindermeister Franz Holzmann in Frauendorf 22.
Kirchberg
Um 1659: Simon Hochenauer, Binder, 1666 machte er sein Testament.
1705: Urban Mayr ist Mitglied des Innern Rats
1728: Georg Adam Engelhauser wird im Oberstockstaller Grundbuch auf Kirchberg 17 genannt, Gattin ist Eva. 1751 heiratet er Maria Anna.1767 machte er sein Testament, er starb 1770.
Er hinterließ laut Inventar aus dem Jahr 1770:
| Wohnhaus | 300 fl. |
| Grundstücke | 700 fl. |
| Vieh | 32 fl. 30 xr. |
| Warenlager | 49 fl. |
| Wein, 32 Eimer | 68 fl. |
| Hausrat | 200 fl. 24 xr. |
| Aktiva | 155 fl. 40 xr. |
| 1505 fl. 34 xr. | |
| Ab Passiva | 444 fl. 34 xr. |
| 1060 fl. 59 xr. |
An Grundstücken besaß er 3 ½ Joch Acker, 1 Obstgarten, 2 /4 Weingarten, an Vieh 1 Kuh, 2 Kälbl, 3 Frischling und ein Warenlager das aus eisernen Fässerreifen, 3 Viertl Schaffl, 2 Wasser Schaffl, 2 Eimer Fassl und Binderholz bestand.
1771: Die Witwe Maria Anna Engelhauser heiratet den Peter Löw. Nach ihrem Tod heiratet dieser Josepha geb. Lohner. Er stirbt 1812 mit 81 Jahren in Kirchberg 16.
Das Siegel des Peter Löw, der auch Kirchenvater war, was mit einem heutigen Pfarrgemeinderat zu vergleichen ist.
Unterlagen der Familie Delapina, Kirchberg
Danach sind Franz und Mathias Riedl am Haus genannt:
Haus sammt Bindergewerbes zu verkaufen.
Franz Riedl, bürgerl. Bindermeister im Markte Kirchberg am Wagram, ist gesonnen sein besitzendes, zur k.k. Staatsherrlicheit Oberstockstall dienstbare bürgerl. Haus in besagtem Markte Nr. 17 sammt darauf radicirtem Faßbindergewerb, mit obrigkeitlicher Bewilligung aus freyer Hand zu verkaufen. In diesem Hause befinden sich 3 Wohnzimmer, 1 geräumige Werkstatt, ein Weinkeller auf 100 Eimer, ein Krautkeller, Stadel, Schupfen, dann ein Obst- und Küchengarten. Auch wird die heurige Haber-, Kraut- und Obstfechsung von den in Bestand habenden Gründen dem Käufer überlassen. Nähere Auskunft erhält man bey dem Eigenthümer Franz Riedl, zu Kirchberg am Wagram, mit welchem auch der diesfällige Kaufcontract geschlossen werden kann.
(Wiener Zeitung vom 15.7.1813, veröffentlicht in ANNO)
Um 1813: Der Bindermeister Franz Riedl, Kirchberg 17, gibt sein Gewerbe auf:
1807: Mathias Köllner/Kellner, Kirchberg 7, Fassbinder
Um 1817: Mathias Kellner ist bürgerlicher Fassbinder in Kirchberg 17, Gattin ist Theresia geb. Autried. 1826/1834 ist er mit Gattin ist Rosalia, geb. Kainz, erwähnt.
1823: Das Haus 17 mit dem darauf betriebenen Bindergewerbe von Mathias und Rosalia Kellner soll versteigert werden. (Wiener Zeitung vom 13. 12.1823)
Um 1861: Mathias Kellner ist Bindermeister in Kirchberg 13 bzw.16. Er stirbt 1868 mit 76 Jahren in Kirchberg 17.
Fassbinder bei einem Umzug vor dem ehemaligen Gasthaus Fidelsberger, um 1950
Foto: Dr. Rudolf Delapina, Kirchberg/Wien
Königsbrunn
Um 1903: Leopold Riedl
Kollersdorf
Um 1855: Der Bindermeister Johann Hellmer von Kollersdorf 16 heiratet Anna Maria Lehner von Kollersdorf 26. 1856 werden sie auf Nr. 36 erwähnt. Abmeldung 1886
Um 1903: Anton Hellmer
Mallon
Um 1880/88: Josef Brunhölzl ist Bindermeister in Mallon 13.
Um 1903: Katharina Brunnhölzl
Mitterstockstall
Um 1785: Joseph Weixelbaum ist Bindermeister in Mitterstockstall 31.
Neustift
1795: Der Binder Johann Pegerl stirbt mit 76 Jahren in Neustift 45.
Um 1814: Franz Riedl ist Bindermeister in Neustift 23, Ehweib ist Theresia geb. Boisterer.
Um 1878: Josef Eder ist Bindermeister in Neustift 5.
Um 1926: Franz Wasserburger war Fass- und Geschirrbinder in Neustift 14. Er war mit Maria Doringer verheiratet. Abmeldung 1955.
Oberstockstall
1654: Jacobus Schowitz
1751: Im Mirakelbuch bezeugt der Bindermaister Carl Weixlbaum ein Wunder an seinem Sohn, der einen Leibschaden (Bruch) hatte.
Um 1789: Anton Weichselbaum ist Binder in Oberstockstall 44, Gattin Theresia geb. Lindner.
Um 1808/1825/1846: Jakob Tuty (Tutti) ist Bindermeister in Oberstockstall 37, Gattin Maria geb. Mayer.
Um 1872: Josef Tutti ist Bindermeister in Oberstockstall 10.
Um 1903: Bonifaz Ringl, Oberstockstall 23, Abmeldung 1907
Ein diebischer Bindergehilfe
Als am 4.d.M. der Bindergehilfe Alois Söllner mit seinem Dienstgeber Ringl aus dem Weinkeller nach Hause ging, zog er unterwegs seinem betrunkenen Meister eine Geldbörse mit 19 Kr. aus der Tasche. Am 14.d. erhielt er dafür vom Kreisgericht 3 Wochen schweren Kerker.
(Österreichische Land-Zeitung vom 21.10.1905)
1903: Ummeldung Josef Vogl, Oberstockstall 65, Abmeldung 1940
Um 1923: Adolf Langner ist Fassabindermeister in Oberstockstall 30, Abmeldung 1937
Sachsendorf
1658. Galluß Naimber
Unterstockstall
1655: Joannes Millner
Um 1789: Franz Riedel ist Bindermeister in Unterstockstall 26.
1825 heiratet Mathias Riedl, Bindermeister in Unterstockstall 26.
Um 1830: Franz Riedl ist Fassbinder in Unterstockstall 26.1841 stirbt er in Unterstockstall 26 mit 92 Jahren.
1857/64: Franz Riedl ist Fassbinder in Unterstockstall 21 bzw. 26.
Um 1900 Franz Riedl
Um 1897/1903: Franz Wodak, gebürtig aus Zarubitz in Mähren, Binder in Unterstockstall 48, Rücklegung 1905. Er stirbt 1937 mit 95 Jahren. Sohn Franz übernimmt das Gewerbe.
1948: Abmeldung Franz Wodak, Unterstockstall 48, er stirbt 1954.
Winkl
Johann Holzmann (1758 – 26.3.1809) wohnte in Winkl 27 bzw. 37. Er stammte aus Marchberg in Oberösterreich. Er starb 1829 mit 34 Jahren am Faulfieber (Typhus).
Quellen:
Dissertation von Dr. Franz Eiselt: „Beiträge zur Geschichte des Marktes Kirchberg am Wagram unter besonderer Berücksichtigung des Zeitraumes 1650 – 1806“, Wien 1973
April 2015, letzte Änderung April 2024
Maria Knapp
Marianne Eckart
Buchbinder/Buchdrucker
Die Geschichte des Buchdrucks beginnt in China. Die ältesten gedruckten Bücher wurden in Ostasien, wie später auch in Europa, im Blockdruckverfahren hergestellt. Dabei wurde jede einzelne Seite komplett in einen Druckstock aus Holz geschnitten und dann abgezogen. Auch der Druck mit beweglichen Lettern begann in Ostasien wesentlich früher als in Europa.
Die weltweite Verbreitung des Buchdrucks mit beweglichen Metallettern begann mit der Erfindung durch Johannes Gutenberg in Mainz im 15. Jahrhundert. In wenigen Jahrzehnten verbreitete sich die Kunst des Buchdrucks in ganz Europa und danach über die ganze Erde. Abgesehen von Gutenbergs Handpresse blieb sein Druckverfahren - Hochdruck mit Bleisatz - bis ins 20. Jahrhundert die Standardtechnik des Buchdrucks. Erst ab den 1960er Jahren wurde es vom Offsetdruck verdrängt.
Während beim Offsetdruck noch Druckplatten produziert wurden, verzichtet man heute beim Digitaldruckverfahren völlig auf die Herstellung von Druckvorlagen.
(Wikipedia)
Der Buchbinder bringt das Buch in seine endgültige Form und stellt den Einband her. Er nimmt damit den abschließenden Arbeitsgang der Buchherstellung nach Beendigung von Redaktion, Satz, Layout und Druckarbeiten vor, also die Herstellung und Verbindung der den Buchblock umschließenden äußeren Hülle mit allen Schritten vom Ordnen und Zusammenfügen der Lagen bis hin zur künstlerischen Gestaltung.
Ebenso kann der Buchbinder die Veränderung bereits vorhandener Einbände vornehmen, etwa zum Zweck der Reparatur oder historisch vor allem im Barock zur Vereinheitlichung des Aussehens einer Bibliothek.
Obwohl der Bucheinband und die Notwendigkeit seiner Herstellung so alt ist wie der Kodex selbst, ist Buchbinderei als Gewerbe erst im späten Mittelalter entstanden. Es blieb eine rein handwerkliche Tätigkeit, bis sich im 19. Jahrhundert im Zuge des aufkommenden Verlegereinbandes die maschinelle Großproduktion etablierte. Heute ist Buchbinder ein Lehrberuf.
(Wikipedia)
In Kirchberg gab es zwei Buchdrucker- bzw. Buchbinderfamilien: Die Familie Burgstaller/Taglieber und die Familie Großschmidt. Sie beschäftigten sich vor allem mit der Herstellung von kleineren Druckwerken, Ansichtskarten, religiösen Andachtsbildern und Parten.
Famile Burgstaller/Taglieber
Alois Burgstaller (3.8.1844 - 7.1.1911)
Er war der Sohn des Tischlermeisters Andreas Burgstaller aus Peilstein im Mühlviertel nahe der deutschen Grenze. Seine Gattin Marianna geb. Stögmayer (20.4.1849 - 30.8.1921) stammte aus Steinaweg bei Göttweig. Bei der Heirat am 17.l.1871 in Mautern wird er als dortiger k.k. Gendarmerie-Postenführer bezeichnet.
Wann und wo Alois Burgstaller die Ausbildung zum Buchdrucker oder Buchbinder gemacht hat, ist nicht bekannt. Der laut Rechnungsformular im Jahr 1873 gegründet Betrieb beschäftigte sich mit Papier- und Buchhandel, Schreib- und Zeichenhefterzeugung und Buchbinderei.
Bei der Geburt seiner Kinder war er am Haus Kirchberg 11 (heute Sparkasse/Apotheke) wohl als Inwohner ansässig und wird schon als Buchbinder bezeichnet, wobei wahrscheinlich kein Unterschied zwischen Buchdrucker und Buchbinder gemacht wurde.
Die erste Erwähnung findet der Betrieb in der Schulchronik Kirchberg am Wagram: Am 10. Mai 1881 wurde die Vermählung seiner k.k. Hoheit des durchlauchtigsten Kronprinzen Rudolf mit Ihrer königlichen Hoheit der Prinzessin Stefanie von Belgien gefeiert. Zur erfreulichen Erinnerung dieses Festtages spendete der hiesige Buchbinder, Herr Alois Burgstaller prachtvolle Bildnisse des hohen erlauchten Brautpaares.
Von 1882 bis 1887 führte er eine Bücheragentur.
Kremser Zeitung vom 8.3.1891Im Jahr 1884 ist der Uhrmacher Lorenz Poppenberger, Besitzer des Hauses Nr. 3 verstorben. Alois Burgstaller hat dieses später gekauft.
1891 wurde das Angebot um Spiel- und Papierwaren ergänzt.
Im selben Jahr machte er auf seine Monopolstellung als Buchdrucker aufmerksam:
1896 wird in Anbetracht der Nähe der Wallfahrtskirche zusätzlich der Handel mit Devotionalien aufgenommen.
Rechnung an den Gesangsverein
Kirchberg am Wagram, 19091897 scheint Alois Burgstaller in der Liste jener Papierhändler auf, die sich gegen eine Verschärfung der Sonntagsruhe aussprachen.
(Papier- und Schreibwarenzeitung vom 1.1.1897)
Verband österreichischer Papier- und Schreibwareninteressenten.
In der vorgestern stattgehabten Versammlung obiger Vereinigung kam hauptsächlich die geschäftliche Lage der Papierhändler auf dem flachen Lande zur Erörterung. Herr Burgstaller aus Kirchberg am Wagram schilderte in längerer Rede die Drangsalierung des Geschäftsmannes durch die Behörden. Das Strafhaus binde Bücher billiger ein als der Buchbinder, der in der Provinz gleichzeitig Papierhändler ist. Der Bezirksrichter, der Bezirkshauptmann usw. übertragen natürlich ihre Buchbinderarbeiten dem Strafhausdirektor, wodurch auch der steuerzahlende Geschäftsmann zugrunde gehen könnte.
(Die Zeit vom 22.1.1908)
Am 7. d. verschied Herr Alois Burgstaller, Hausbesitzer und Buchbinder und Kassier des Veteranenvereines Kirchberg am Wagram. Der Verblichene genoß seines biederen, menschenfreundlichen Wesens wegen in weiten Kreisen allgemeine Achtung und Beliebtheit. Die Wertschätzung kam auch in der imposanten Teilnahme an dem Leichenbegängnisse zum Ausdruck, das am 10. d.M. stattfand.
(Österreichische Land-Zeitung vom 21.1.1911)
Der Betrieb wurde auf seine Gattin umgemeldet. Sie ist 1921 verstorben.
Karl Burgstaller (7.1.1889 – 1945)
Sohn Karl, verheiratet mit Franziska Winkler (1890-1967) aus Raan bei Maissau, hat den Betrieb danach übernommen.
1931 kam ein beschränkter Gemischtwarenhandel zu den anderen Geschäftstätigkeiten dazu.
Da Karl Burgstaller aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr zurückgekommen ist, hat seine Witwe den Betrieb weitergeführt, offiziell nach der Todeserklärung im Jahr 1953. Geschäftsführer für das Buchbindergewerbe war Alois Mayr. Tochter Gertrude Taglieber war für den Buch- und Musikalienhandel zuständig, 1963 meldete sie einen unbeschränkten Gemischtwarenhandel an.
1964 meldete Franziska Burgstaller das Buchbindergewerbe ab.
Die Schuldirektion und die Ortsstelle des N.Ö.-Bildungs- u. Heimatwerkes bzw. später der Buchklub der Jugend, veranstalteten in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Burgstaller/Taglieber ab den späten 1950er-Jahren im Gebäude der neuen Hauptschule vor Weihnachten Buchausstellungen.
Links das Haus Kirchberg 3 um 1912
Links das Haus Kirchberg 3 um 1930
Andenkenbüchlein im Kleinformat aus dem Verlag Alois Burgstaller
Andenkenbüchlein im Kleinformat aus dem Verlag Karl Burgstaller
Familie Großschmidt
Augustin Großschmidt (26.1.1898, Tulln -13.8.1942)
Augustin Großschmidt war bei seiner Heirat im Jahr 1922 mit Maria Frischeis aus Nitzing Schriftsetzer, wohnhaft in Tulln, Langenlebarner Straße 4. Sein Vater war Hausbesitzer und Landwirt in Tulln.
1929 wird er in der Zeitschrift „Das Motorrad“ als Gründungsmitglied des NÖ Automobilclubs, Ortsstelle Kirchberg am Wagram, genannt.
1932 scheint er erstmals im Amtsblatt auf, als er seinen Betrieb von Kirchberg 2 auf Kirchberg 33 verlegt.
Am 13.8. 1942 ist er als Soldat an den Folgen eines Unfalls im Reserve-Lazarett Bregenz verstorben. Seine Witwe führte den Betrieb weiter, bis sie 1952 an Ferdinand Goldmann, Druckereibesitzer in Tulln, verpachtete.
1960 erfolgte die Verpachtung an Dr. Herbert Faber, Verleger in Krems.
1968 wird das Buchbindergewerbe Augustin Großschmidt abgemeldet und vom Verlag Faber übernommen.
Eine Broschüre aus dem Hause Großschmidt:
Hans Gruber, Festschrift anlässlich der Eröffnung der neuen Volks- und Hauptschule in Kirchberg am Wagram im Nov. 1954 (31 Seiten)
Bürstenbinder
1896: Anmeldung Franz Ecker, Kirchberg 54, Abmeldung 1929
Einträge in den Amtsblättern von 1886 bis 1967, erfasst von Herbert Eder, Kollersdorf






